Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-772028
Trinken. 
und 
Essen 
331 
Das Trinken lernt der Mensch zuerst, 
Viel später erst das Essen; 
Drum soll er dankbar bis zum Grab 
Das 
nie vergessen. 
Trinken 
Der Rheinwein stimmt mich immer Weich, 
Und löst jedwedes Zerwürfnis 
In meiner Brust, entzündet darin 
Der Menschenliebe Bedürfnis. 
Das Trinken wär' schon angenehm, 
S0 nur der Katzenjammer nit känf. 
Heine. 
Der alten Deutschen liebste Nahrung 
War abends Bier und morgens Harung. 
Der richtige Zecher, 
Der steckt sich fein 
Den Schlüssel zum Hause 
Schon morgens ein. 
Der Becher winkt: 
Stofst an und trinkt! 
Der beste Vogel, den ich Weifs, 
Das ist die fette Gans; 
Sie hat zwei breite Füfse, 
Dazu ein Stimmiein süfse; 
Der Hals ist lang 
Wie ihr Gesang:  
Gickack, Gickack. 
Der Saft der Reben, 
Der kann geben 
Ein Freudenleben. 
schwimmen! 
will 
Der Fisch 
Der schönste Fisch, von dem ich weifs, 
Das ist die Bachforellc. 
Sie schwimmt so schnell und munter 
Die Wasser auf und runter; 
Und wenn die braune Hanne ' 
Sie röstet in der Pfanne: 
Die Biicklein sind das Beste, ja Beste. 
Der Herrgott hat den Wein gemacht, 
Den Kater hat der Mensch erdacht. 
Wein 
Der 
erfreut 
des Menschen Herz. 
11'. Zllüchler. 
Der ist nicht wert des Weines, 
Der ihn wie Wasser trinkt. 
 Badenstedt. 
Der liebe Gast kommt selbst. 
Der Wein hat Schultern, grofs und stark, 
Wirft S0rg' und Plag' und allen Quark 
Mit Saus und Braus 
Zum Haus hinaus. 
Der liebe Gott hat nicht gewollt, 
Dafs edler YVein verderben sollt'; 
Drum hat er uns zu unsern Reben 
Auch den nöfgen Durst gegeben. 
Der Wein ist kein Narr, 
Aber er macht Narren. 
Der liebste Buhle, den ich hau, 
Der liegt beim Wirt im Keller; 
Er hat ein hölzern Röcklein an 
Und heifst der Muskateller. 
Der YVein mufs die Lebendigen erfreuen! 
Pfftilger 10, I9. 
Der Wein 
Thut das Sein".  
Wenn er's nicht thut, 
Glase. 
Der Rausch liegt im letzten 
1st er nicht gut. 
Der Rektor liebt das Lehrende, 
Der Pastor das Bekehrende, 
Der Briefträger das Laufende, 
Der Studio das Saufende. 
Der Wein tränkt schmachtende Herzen 
Und macht sie frisch und blank. 
Des Lebens Sonnenschein 
Ist Trinken und Fröhlichsein.
        

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