Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771813
Fig' 
22S- 
Ornament von Prof. 
Ortwein. 
Das 
Bemalen 
VOI] 
Photographien. 
Das Bemalen oder Kolorieren von Photographien kann auf 
verschiedene Weise geschehen, mit Ölfarben und mit Wasser- 
farben. 
Wird Ölfarbe benutzt, so dient die Photographie als Zeich- 
nung und zum Teil an Stelle der Untermalung, auf welcher lasiert 
wird. Die Hauptsache aber wird nach Art der eigentlichen Öl- 
malerei behandelt, so dafs schliefslich die Photographie durch 
ein kleines Ölbild ersetzt erscheint. 
Das Bemalen gewöhnlicher Photographien mit nicht decken- 
den Wasserfarben gibt einen ungenügenden Effekt. Wo es ge- 
macht werden soll, sind die Photographien mit Benzin und 
Spiritus vermittelst eines Läppchens abzureiben und mit Ochsen- 
galle zu bestreichen, damit die Farbe haftet. Die Ochsengalle 
kann auch als Malmittel dienen. Da der Glanz der Photographie 
verloren geht, so hat ein nachheriges Überblasen mit Fixatif oder 
ein Überziehen mit Aquarellfirnis oder einem andern passenden 
Lack zu erfolgen. Hochglanz erhält man, wenn man die Bilder 
mit Gelatinelösung bestreicht und auf ein hochpoliertes Metall- 
blech aufspannt, von dem nach dem Trocknen das Bild abge- 
sprengt werden kann. Derartige Nletallbleche sind in den 
Materialienhandlungen für Photographen zu haben. 
Eine bessere, mehr der Ölmalerei sich nähernde Wirkung 
läfst sich mit Anwendung der Gouachefarben erzielen. 
Ein anderes Verfahren ist folgendes: Man läfst sich vom 
Photographen helle Abzüge auf sog. Salzpapier herstellen. Auf 
diesem Untergrund kann dann die Aquarellmalerei wie auf ge- 
wöhnlichem Papier vor sich gehen. 
An dieser Stelle sei noch der Chromophotographien 
gedacht, die ja neuerdings von Dilettanten vielfach hergestellt 
werden. Zur Herstellung dienen zwei gleichgrofse, gewölbte
        

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