Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771795
 
Fig- 
223- 
Verzierter 
Mctallstreif. 
Die 
Arbeit 
mit 
verzierten 
Nägeln. 
Diese Beschäftigung ist keine Kunst und die durch sie zu 
erzielenden Wirkungen sind ebenfalls keine künstlerischen. Es 
lassen sich bei richtigem Vorgehen aber immerhin ganz hübsche 
Gegenstände herstellen, so dal's der Vollständigkeit halber auch 
diesem Gebiet einige Worte gewidmet sein mögen. 
Der Apparat ist außerordentlich einfach. Eine Ahle, ein 
kleiner Drillbohrer, ein Tapezierhammer und ein Sortiment von 
grofsen und kleinen Tapeziernägeln mit verzierten Knöpfen ist 
alles, was von nöten ist. (Vergl. Fig. 224.) 
Verziert werden fertige Gegenstände aus Holz, Rahmen, 
Kästchen, Kassetten und Truhen, Fufsschemel, Hocker und andere 
kleine Möbel, Zeitungstaschen, Mappendeckel, Blumenkübel, Jar- 
dinieren, Holzkisten, Konsolen u. Ähnl. mehr. Dieselben können 
naturfarben, geheizt, gewichst, poliert und aus beliebigem 
Holz sein. 
Die Verzierung wird hergestellt durch das Einschlagen von 
verzierten Nägeln nach geometrischen Mustern. So läfst sich schon 
der Fries eines Rahmens verzieren, wenn in geordneter Reihung 
gleiche oder abwechselnd verschiedene, facettierte oder rosettierte 
Nägel angebracht werden. In Füllungen von der Form des 
Kreises, Quadrates, Rechtecks etc. läfst sich schon mehr machen, 
da hier stern- und rosettenartige Anlagen, einfache Chiffern und 
Monogramme gebildet werden können. Durch die Verwendung 
gröfserer und kleinerer Nägel, verschiedener Nagelkopfforrnen in 
Messing, Nickel, Oxyd u. s. w. läfst sich eine reichliche Abwechse- 
lung erzielen. Geschmack und ein gutes, zweckentsprechendes 
Muster ist das Haupterfordernis. 
Das Fertigstellen selbst ergibt sich spielend, ohne alle 
Schwierigkeit. Man macht die betreffende Zeichnung auf einem 
Stück Papier, sticht die in Betracht kommenden Punkte mit der 
Ahle durch das Papier auf den Gegenstand durch. In weichem 
Holz kann man hierauf nach Wegnahme des Papieres die Nägel 
direkt einschlagen. Für hartes Holz empfiehlt sich das Vorbohren 
der Löcher mit dem Drillbohrer in entsprechender Weite und 
Tiefe. Wo die Schläge mit dem Hammer die etwaige Verzierung
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.