Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771764
Übertragen 
Das 
VOI) 
Drucke; 
305 
Das erfahren ist folgendes: 
Der ünr Verzierung eines Gegenstandes gewählte Druck wird, 
wenn die; nicht schon der Fall ist, auf die gewünschte Gröfse 
gebracht durch Abschneiden des Übertlüssigen). Die Drucke 
müssen hlerhalten sein, unbeschädigt, unbeschmiert und nicht 
gefaltet o zerknittert, da diPln den Brüchen liegenden Stellen 
sich nich llig mit übertragen und daher die Brüche in dem 
Abzug si _bar werden. Der zu verzierende Gegenstand wird 
ein oder besser mehrere Male mit Abzuglack lackiert und das 
Übertragen des Bildes vorgenommen, wenn die letztaufgetragene 
Schicht gerade noch klebt. 
Der Druck wird auf der Vorderseite mit Abzuglack kräftig 
und möglichst gleichmäßig über und über bestrichen. Ist das 
Papier des Druckes geleimt, wie dies bei Holzschnitten der Fall 
zu sein pflegt, so kann das Bestreichen mit Lack ohne weiteres 
erfolgen. Ist das Papier ungeleimt, wie es bei Kupfer- und 
Stahlstichen zur Verwendung gelangt, so wird vor dem Lackieren 
der Vorderseite die Rückseite mit Wasser überstrichen, damit 
das Papier den Lack nicht almuge. (Ob ein Papier geleimt 
oder nicht geleimt ist, ents eidet, wenn der Fall nicht 
ohne weiteres klarliegt, ein Benetzen mit der Zungenspitze, 
wobei ungeleimtes Papier klebt. Ein Stückchen Löschpapier und 
ein Stückchen Schreibpapier zeigen sofort den betreffenden Unter- 
schied.) 
Der zu benützende Lack wird hergestellt, wie folgt: 
1 Teil venetianischer Terpentin, 
8 Teile bester Sandarak und 
24 Teile göprozentiger Alkohol. 
Der Sandarak wird unter öfterm Umschütteln in dem Alkohol 
gelöst. Der Terpentin wird in gelinder Wärme dünnflüssig ge- 
macht und die Sandaraklösung vorsichtig eingerührt. Diesen 
Lack läfst man einige Zeit sich klären und absetzen, worauf er 
zum Gebrauche fertig ist. (Wer den Lack nicht selber fertigen 
will, kann denselben in einer Droguerie nach dem gegebenen 
Rezepte anfertigen lassen.) 
Der lackierte Druck wird mit der lackierten Seite auf den 
zu verzierenden und wie oben angegeben, ebenfalls lackierten 
Gegenstand aufgelegt und durch Andrücken zum Kleben und 
Festhaften gebracht. Dieses Auflegen erfordert einige Geschick- 
lichkeit (vergl. Abschnitt I, das Aufziehen der Pausen, Artikel 48), 
wenn keine Blasen und Ungehörigkeiten entstehen sollen. 
Das übertragene Papier läfst man mehrere Tage bis zum 
völligen Trocknen des Lackes auf dem Gegenstand und entfernt 
dann das Papier durch Aufweichen mit kaltem Wasser, das man 
Meyer, Liebhnberkiinste. 20
        

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