Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771657
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Zweiter Abschnitt. 
Liebhaberkünste. 
verschiedenen 
Die 
sonst das Stearin mit dem Sand zu einer festen Masse zusammen- 
schmilzt. 
Feines Sägmehl statt des Sandes thut ähnliche Dienste, eignet 
sich aber nur für gelinde Wärme, weshalb man hiebei das Ein- 
betten auch in hölzernen Kasten oder Kistchen besorgen kann, 
die man dann auf geraume Zeit der heifsen Sonne aussetzt. 
S0 lassen sich in Sand oder Sägmehl Rosen, Dahlien, Zinnien, 
Winden, Kornblumen, Winterastern, Mafsliebchen, Samtblumen 
und eine Menge andere Dinge unschwer trocknen. Man trocknet 
die Blumen und Zweige entweder einzeln für sich oder gleich 
als Straufs vereinigt. Besonders in letzterm Fall ist beim Ein- 
füllen des Sandes darauf acht zu nehmen, dal's alle Teile ihre 
natürliche Lage behalten. Durch geeignete Unterstützung, durch 
Zusammenhalten mit feinem Blumendraht u. a. m. kann man der 
Sache vorbeugend entgegenkommen. Die getrockneten Pflanzen, 
seien sie an der Sonne oder im Sandbett getrocknet, kann man 
etwas widerstandsfähiger machen, indem man sie mittelst des 
Zerstäubers mit Aquarellfirnis oder Fixatif anbläst, wobei sie 
dann gleichzeitig einen matten Glanz und eine tiefere Farbe an- 
nehmen. 
Wenn Sie nun fragen, was man mit den getrockneten Pflanzen 
beginnen und was man aus ihnen machen soll, so kann die 
Antwort sehr verschieden lauten. Man benützt sie zur Anferti- 
gung von allerlei Sträufsen nach Makart- und anderer Art. Man 
benützt sie zur Ausschrnückung der Wände und der Ziergeräte, 
arrangiert Blumenkörbchen und kleine Jardinieren u. s. w. Eine 
geschickte Hand, eine lebhafte Phantasie und ein richtiger Ge- 
schmack werden dabei die Hauptrolle spielen und auf eine Aus- 
einandersetzung dieser Dinge kann sich das Handbuch, wie mehr 
erwähnt, unmöglich einlassen. Eine bemalte antike Vase mit 
getrockneten Gräsern und Blumen, eine mit Blumen und Schling- 
pflanzen besteckte Ampel, ein Fächerboukett (ein Palmblatt-, ein 
japanesischer oder irgend ein anderer Wedelfächer, geschmückt 
mit aufgesetztem Straufs) werden, wenn einigermafsen ordentlich 
gemacht, ja stets eine gute Wirkung geben und besonders in der 
blumenarmen Zeit des Winters ein geeignetes Angebinde bei 
allen möglichen Anlässen sein können. 
Will man in Bezug auf die getrockneten Pflanzen noch etwas 
übriges thun, so kann man einzelnen Teilen mit farbigen Bronzen 
(durch Anmalen oder Bespritzen mit dem Zerstäuber) nachhelfen. 
Mafshalten aber ist die Hauptsache, sonst verliert die Sache, 
anstatt zu gewinnen. 
Die getrockneten Pflanzen sowohl als die geprefsten zwischen 
Glas können, abgesehen von ihrer Verwendung zu dekorativen 
Zwecken, aber auch als Vorbilder dienen beim Zeichnen, Malen
        

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