Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771559
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Zweiter Abschnitt. 
Die verschiedenen Liebhaberkünste. 
nicht zu schtvachen Lösung von weifsem, reinem Gummi arabicum 
(1 Gewichtsteil Gummi auf 6 Gewichtsteile Wasser) mit einem 
flachen Pinsel überstreicht und die Pflanzen der Reihe nach in die 
klebende Schicht einlegt und andrückt. Kleine Änderungen und 
Korrekturen lassen sich so lange vornehmen, bis die Gummi- 
schicht zu trocknen anfängt. Man hat demnach nicht viel übrige 
Zeit; sie genügt jedoch, wenn man das Bild sich vorher zurecht- 
gelegt hat. Nach völligem Trocknen  dieses ist nötig, um 
ein nachherigesßchimmeln der Einlage zu verhüten  wird 
das zweite Glas aufgelegt und mit dem andern über die Kanten 
verklebt. Dem Beschauer wird später am besten die durchsichtige 
Seite zugekehrt, weshalb es sich empfiehlt, die Pflanzen auf das 
durchsichtige Glas zu kleben, und zwar so, dafs sie mit der guten 
Seite, der Vorderseite in den Klebstoff zu liegen kommen. 
Die Durchscheinigkeit der Ptlanzenteile läfst sich im ganzen 
oder teilweise dadurch erhöhen, dal's man sie mit Aquarell- 
firnis anpinselt; auch kann man nötigenfalls durch Anmalen mit 
Aquarellfarben nachhelfen, wo die Farben zu blafs oder wirkungslos 
sind. Wenn dies jedoch nich mit Mafs und Vorsicht geschieht, 
so unterbleibt es besser. 
Sollen die fertigen Tafeln zu Pflanzenfenstern Verwendung 
finden, so läfst man dieselben vom Glaser in die betreffenden 
Rahmen einsetzen. Sollen dieselben zum Aufhängen ans Fenster 
oder als Lichtschirm dienen, so läfst man sie in Bleie oder 
Kantenbleche fassen oder in schwache Holzrahmen mit Falz oder 
entsprechender Nute einsetzen, mit Henkeln oder Stativ ver- 
sehen etc. (vergl. Fig. 208 u. 209.) Eine hübsche Zugabe besteht 
darin, dafs man die Tafelbildenmit Streifen von farbigem Glas, 
mit Butzenscheibenfriesen oder Ähnl. umgeben läfst. Überhaupt 
stehen der schaffenden Phantasie noch allerlei Weiterungen zu 
Gebote. Ein empfehlenswertes Format für aufzuhängende Tafel- 
bilder ist: 45 cm Höhe auf 30 cm Breite. Dafs die Tafeln 
statt rechteckig auch rund sein können, ist selbstverständlich; nur 
wird in diesem Fall das Zuschneiden der Gläser schwieriger. 
Die zugeschnittenen Gläser sind in jeder gröfsern Glaserei, jeden- 
falls aber in den Glasmalereianstalten zu haben, wo man sich 
auch über das Einrahmen Rat holen kann. 
lrn vorstehenden wurde das Einlegen zwischen Gläser be- 
schrieben. Ähnlich verhält sich die Sache beim Einlegen zwischen 
Papier oder Leinwand behufs Herstellung von Lampenschirm- 
bildern. 
Man schneidet aus dickem Pauspapier oder dünnem Perga- 
mentpapier die Blätter zurecht, je zwei zusammengehörig. Das 
eine Blatt wird mit der oben erwähnten Gummilösung bestrichen, 
die Pflanzen werden aufgelegt und mit dem zweiten, ebenfalls
        

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