Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771530
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Zweiter Abschnitt. 
Licbhaberkünste. 
verschiedenen 
Die 
gegen das Licht gehalten, schon den Inhalt erkennen lassen. 
Dagegen ist das graue Papier wesentlich billiger. Zeitungspapier 
und andere geleimte Papiere taugen nicht zu diesem Zwecke. 
Man kann ganze Partien miteinander pressen, wenn man die 
einzelnen Bogen durch ebenso grofse Pappdeckel oder dünne 
Bleche voneinander trennt. Unterläfst man letzteres, so ver- 
derben die Eindrücke der Stiele und der übrigen harten Teile 
die Form und Farbe der übrigen Einlagen; die Blätter erhalten 
helle und unschöne, von den Stielen herrührende Streifungen. 
Man läfst die Ptlanzenpartien ungefähr acht Tage in der Presse, 
nach welcher Zeit sie durchschnittlich soweit trocken sein werden, 
dal's sie, ohne nachheriges Einschrumpfen befürchten zu müssen, 
anderweitig aufbewahrt werden können. Sieht man die Einlagen 
in der Presse am ersten oder zweiten Tage nach, so lassen sich 
etwa umgekantete Blätter und andere Ungehörigkeiten noch mit 
Leichtigkeit richtigstellen.  
Es ist unbedingt nötig, einen möglichst grofsen Vorrat ge- 
prefsterEinzelteile anzusammeln, wenn man in der Zusammenstellung 
und der Auswahl des gerade Passenden nicht beschränkt sein will. 
Man wird sich das Zusammensuchen wesentlich erleichtern, wenn 
man die Pflanzen gruppenweise geordnet hält, Gräser bei Grä- 
sern u. s. w. 
Will man Pflanzenfenster oder Pflanzentafeln herstellen und 
hiezu gewöhnliches Fensterglas benützen, so überspannt man die 
eine der beiden gleichgrofsen Tafeln mit Pauspapier oder weifsem 
oder schvwrach gefärbtem Seidenpapier und klebt auf letzteres die 
Pflanzen auf, nachdem man sich vorher das Bild zurechtgelegt 
hat. Hierauf legt man die zweite Glasplatte auf die Pflanzen 
und verbindet beide miteinander, indem man die Kanten mit 
schmalen Papierstreifen überklebt. 
Weitaus vorzuziehen ist jedoch folgendes Vorgehen: Man 
wählt die zwei zu einander gehörigen Gläser, zwischen welche 
die Pflanzen zu liegen kommen, so, dal's das eine derselben 
durchsichtig ist, das andere dagegen matt. Noch wirkungsvoller 
als mattes Glas ist das sog. Kathedralglas, welches infolge 
seiner Herstellungsart sehr lichtdurchlassend, aber nicht durch- 
sichtig ist und ein eigentümliches Lustre hat. Das Kathedralglas 
hat überdies die günstige Wirkung, dal's etwaige, vom Aufkleben 
herrührende Unreinigkeiten gar nicht zur Geltung gelangen. Der 
Gesamteffekt und die Farbenstimmung wird begünstigt, wenn das 
eine der beiden Gläser, sei es das durchsichtige oder das Kathe- 
dralglas, einen leichten, beispielsweise grünlichgelben Farbton hat. 
Man bringt die Pflanzen nun (ohne Anwendung einer Zwischen- 
lage von Papier) auf das glatte der beiden Gläser, indem man 
dasselbe seiner ganzen Fläche nach mit einer nicht zu starken und
        

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