Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768860
Der Winkelmesser. 
oder verkleinertes Quadratnetz und überträgt nach dem Augen- 
mafs. Bei gröfsern Arbeiten empfiehlt es sich, die Linien des 
Netzes von fünf "zu fünf stärker oder andersfarbig auszuziehen, um 
einen bessern Uberblick zu erzielen. Darf das Original nicht 
beschädigt, also nicht mit Linien überzogen werden, so zieht 
man das Netz auf einer Glastafel und legt diese auf das Vorbild, 
oder man schneidet in ein Stück Karton eine rechteckige oder 
quadratische Öffnung und überspannt dieselbe mit feinen Fäden, 
die man auf den Karton aufklebt. Dieses Netz wird auf das 
Vorbild aufgelegt und kann späterhin immer wieder zu ähnlichen 
Zwecken benützt werden, ebenso wie die Glastafel. (Fig. 6.) 
Der 
Winkelmesser. 
Der Winkelmesser oder Transporteur hat meist die in Fig. 7 
angegebene Ausstattung. Er dient zum Abmessen, Auftragen 
und Übertragen von Winkeln. Die vielfach den Reifszeugen 
beigegebenen Winkelmesser aus Messing oder Horn gestatten 
keine grofse Genauigkeit, weil sie zu klein sind. Je gröfser der 
Bogen, desto genauer die Arbeit. "Aus diesem Grunde empfehlen 
sich die im Handel befindlichen, auf Karton gedruckten Winkel- 
messer, die aufserdem den Vorzug der Billigkeit haben. Man 
kann den Winkelmesser auch mit Vorteil zur Kreiseinteilung, zur 
Aufzeichnung eines regelmäßigen Vielstrahls (für Rosetten) und 
zur Konstruktion der regelmäfsigen Vielecke benützen. Soll 
z. B. ein Kreis in zehn gleiche Teile geteilt werden, so legt man 
das Instrument mit dem Mittelpunkt seines Bogens auf den Mittel- 
punkt des zu teilenden Kreises und sticht die Teilstriche 36, 72, 
108 u. s. w. durch oder merkt sie mit Bleistift an, zieht durch 
diese Punkte Radien; wo sie den gegebenen Kreis treffen, sind 
die Punkte für die betreffende Einteilung. Ihre Verbindung gibt 
das regelmäfsige Zehneck. 
 Das regelmäfsige Sechseck, resp. den Sechsstrahl erhält man 
einfacher, indem man von den Enden des Durchmessers den 
Halbmesser beiderseitig abschlägt. In Bezug auf das Zwölfeck 
hat man dies von den Enden zweier zu einander senkrechter 
Durchmesser aus zu thun. Für das regelmäfsige Achteck zieht 
man die teilenden Linien mit Reifsschiene und Dreieck. Soll das 
regelmäfsige Achteck in ein gegebenes Quadrat passen, so schlägt 
man die halbe Qllßdratdiagonale von den Ecken aus auf die 
Seiten. (Fig. 8a, b, c und d.) 
Will man mittelst des Winkelmessers einen beliebigen 
Winkel halbieren oder in eine bestimmte Anzahl gleicher Teile 
teilen, so rnifst man seinen Bogen und halbiert oder teilt ent-
        

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