Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771451
274 
Zweiter Abschnitt. 
Liebhaberkünste. 
verschiedenen 
Die 
Die Richtplatte dient als Unterlage zum Richten oder 
Geradeschlagen der Blechstreifen und fertigen Teile mit dem 
Hammer. 
Mit der Blechschere werden die Streifen abgeschnitten. 
Die Flachzange dient hauptsächlich zum Befestigen der 
Bunde, von denen nachher die Rede sein wird. 
Die Biegzange dient zum Biegen der Streifen, zum For- 
mieren derselben. 
Mit der Flachfeile werden die abgeschnittenen Enden und 
andere Rauheiten glatt gefeilt. 
Der Feilkloben oder an seiner Stelle der Schraubstock 
dient zum Einspannen und Festhalten einzelner Teile während 
der Arbeit.  
Die erste Aufgabe wird das Entwerfen eines zweckent- 
sprechenden Musters sein. Da besondere Vorlagen bis jetzt nicht 
vorhanden sind, können die Schmiedeeisenarbeiten gröfsern Mafs- 
stabes als Anhalt dienen. Um was es sich handelt, zeigen die 
diesem Artikel beigegebenen Entwürfe. 
Die fertigen Zeichnungen klebt man auf ein dünnes Brettchen 
oder einen starken Pappdeckel. Das ist die Werkzeichnung, auf 
welcher die gebogenen Teile mit dem Entwurf verglichen und 
in Einklang gebracht werden. 
Das Biegen, das Formieren der Einzelteile geschieht mit 
der Hand und mit der Biegzange. Das Überflüssige wird abge- 
schnitten. Wo dies nicht wohl angeht, wie z. B. bei einem 
S-förmigen Stück, das beiderseits in Spiralen endigt, da wird das 
Stück vor dem Biegen auf die richtige Länge gebracht. Diese 
Länge wird bestimmt, indem man mit einer Zirkelweite von 
3 mm die Kurve auf der Zeichnung absticht. Enthält das Kurven- 
stück z. B. 42 solcher Teile, so mufs der zu biegende Streifen 
126 mm lang sein u. s. w. 
Die einzelnen gebogenen Teile werden miteinander be- 
festigt, indem man, da wo es nötig erscheint, die zwei sich be- 
rührenden Teile durch einen Bund vereinigt. Der Bund Wird 
aus den nämlichen. Blechstreifen hergestellt und hat fertig, d. h. 
nach dem Umlegen, die Gestalt wie Fig. 203g. Man macht 
den Bund mit der Flachzange, deren Backen so breit sein müssen 
wie die__Breite der Blechstreifen, indem man die letztern quer 
in die Offnung der Zange einsteckt und festhält. 
Den eingebrachten Streifen biegt man erst auf 4 mm Länge, 
dann auf 5 mm Länge rechtwinklig um und schneidet die 3. Seite 
auf ebenfalls 5 mm ab (Fig. 203 h). Er wird an der betreffen- 
den Stelle angelegt und die freien Enden mit der Flachzange 
festgezwickt (Fig. 203 i). Wird der Bund um mehr als 2 Streifen 
herumgelegt, so müssen die freien Enden entsprechend länger sein,
        

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