Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771425
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Fig. 201. Ornament, entworfen von Prof. A. Ortwcin. 
Die 
Glasätzung. 
Diese Ätzung erwähnen wir nur der Vollständigkeit wegen, 
ohne sie als Dilettantenarbeit empfehlen zu wollen. Nicht 
als ob sich mittelst des Ätzprozesses auf Glas nicht sehr schöne 
Wirkungen erzielen liefsen, sondern wegen der gesundheitsschäd- 
lichen YVirkung mufs von dieser Arbeit abgeraten werden. 
Glas kann nur durch Fluorsäure geätzt werden, die man 
in Gasform oder als wässerige Lösung einwirken läfst, nachdem 
in bekannter Weise das nicht zu ätzende abgedeckt ist. Die 
erstere Form ätzt matt, die zweite mit glänzend bleibender Ober- 
iläche. Der Fluorsäure widerstehen nur Blei, Platin und Gutta- 
percha, weshalb diese Materialien zu den nötigen Gefäfsen und 
Apparaten verwendet werden. Die Säure ist giftig und darf 
weder an die Hände gebracht werden, noch darf sie durch Ein- 
atmung in die Luftwege des menschlichen Körpers gelangen. 
Da dem Dilettanten nicht zugemutet werden kann, die nötigen 
Vorsichtsmafsregeln mit Sicherheit zu treffen, so empfiehlt es 
sich, diese Technik den Fachkreisen zu überlassen. 
Es könnte sich höchstens darum handeln, dal's der Dilet- 
tantenhand blofs der erste Teil der Arbeit, das Bemalen mit 
Deckgrund, oder das Ausradieren aus der gedeckten Fläche zu- 
fiele, während die also vorbereiteten Gegenstände einer am Ort 
oder in der" Nähe befindlichen Glasätzereianstalt behufs der 
eigentlichen Atzerei übergeben Würden. Immerhin aber erscheint 
es fraglich, ob die betreiTenden Geschäfte sich hierauf einlassen 
können oder wollen. 
Zur Glasätzung eignen sich glatte Scheiben, für die Ver- 
glasung von Fenstern und Thüren, und dann die verschiedenen 
Gefäfse, Flaschen, Krüge, Trinkgläser etc. 
Das sog. Sandblasyerfahren von Tilghman, das im grofsen 
vielfach an Stelle der Atzerei getreten ist, eignet sich zur Dilet- 
tantenarbeit noch Weniger als das Ätzen.
        

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