Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771316
260 
Zweiter 
Abschnitt. 
verschiedenen Liebhaberküxxste. 
Die 
So gibt z. B. blank poliertes Messing, mit Eisenchlorid geätzt, 
für sich schon eine gute Wirkung, da das polierte Metall neben 
dem mattgelbbraunen, lederfarbigen geätzten Teil schön steht, 
wenngleich der Kontrast verhältnismäßig gering ist. Man wird 
einen derartigen Gegenstand immerhin zum Schutze aber mit 
einem Schellackfirnis überziehen müssen. 
Ähnlich ist es in Bezug auf andere Metalle. 
Benützt man zum Lackieren statt des gewöhnlichen 
Schellackfirnisses den sog. Goldlack, so erhalten Weifse Me- 
talle einen gelben Schimmer, während das Messing in seiner gelben 
Farbe noch erhöht wird. Man lackiert in beiden Fällen mit 
einem flachen Pinsel, nachdem der Gegenstand vorgewärmt ist, 
und trocknet bei gröfserer Wärme. Warm lackiert und getrocknet 
liefert einen glänzenden Überzug, während kalt aufgetragener 
Firnis mehr matt bleibt. Kalt aufgetragener Lack wird gern 
griesig und zeigt oft eine unschöne Trübung. Zu dick auf- 
getragener Lack wird mit Spiritus wieder entfernt. 
Die Hauptsache beim Lackieren ist ein richtiger Pinselstrich; 
jede Stelle soll nur einmal übergangen werden, da die Ansätze 
stets unschön ausfallen. 
Man kann die Gegenstände auch förmlich mit Schellack- 
politur polieren, wie dies mit Holzgegenständen geschieht. 
Da dieses Verfahren weiter oben angegeben ist, so braucht es 
hier nicht wiederholt zu werden. An den Seitenwandungen 
der Ätzung bilden sich jedoch gern schmutzige und unschöne 
Kämme oder Bärte. 
Einen andern schützenden Überzug erhält man durch Lösung 
von einem Teil weifsem Wachs in zwei Teilen Benzin. Dieser 
Überzug trägt weniger dick auf als der Schellackfirnis. NB. M37 
Benzin arbeile man nie bei Lickl, da die Benzzndzimpfe sich enlzünden 
können. 
Soll der Kontrast zwischen den geätzten und nicht geätzten 
Partien bedeutender sein, so kann man diesen Zweck auf ver- 
schiedene Art erreichen. 
Das einfachste Mittel ist das Einschwärzen der geätzten 
Teile. Man reibt das Ganze mit einer Mischung von Graphit- 
pulver und Schweinefett oder von Terpentinöl und Lampen- 
schwarz (Pulverform oder Ölfarbe) ein und entfernt das Über- 
flüssige auf den erhabenen Stellen mit Baumwolle oder Hirsch- 
leder. Ein verdünnter schwarzer Spirituslack thut ähnliche 
Dienste. Das Einschwärzverfahren darf nicht rein mechanisch, 
sondern mufs mit einem gewissen Verständnis gemacht werden, 
wenn die Wirkung eine künstlerische sein soll. 
Einen weitaus stärkern Kontrast liefert das Auslegen der 
geätzten Partien mit schwarzem Lack. Der Hintergrund
        

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