Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771304
der Metalle. 
Ätzen 
Das 
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welchem man radieren und schaben kann, erhält man, wenn man 
den Stahl dreikantig zuspitzt und von einer Fläche aus nach der 
Spitze zu abrundet. Statt dem Stichel einen Holzgriff zu geben, 
kann man auch über den runden oder kantigen Stahl ein Stück 
Gummirohr schieben. Der Stichel wird dadurch handlich und 
kann an beiden Enden benützt werden. Eine gewisse Stumpfheit 
der Spitzen ist erforderlich, damit sie nicht in das Metall ein- 
dringen, wodurch zwar die Arbeit nicht leidet, aber erschwert 
wird. 
Gerade Linien zieht man an eisernen Linealen, die man als 
Brücke gestaltet oder die man unterseits mit einem Stoffstreifen 
beklebt, damit sie den Decklack nicht verkratzen. Kreise und 
Kreisbogen macht man mit dem Zirkel, wobei das radierende 
Ende selbstredend ein Stahlspitzeneinsatz sein mufs. Man kann 
in den gewöhnlichen Einsatzzirkel statt des Bleistiftes auch eine 
abgebrochene Radiernadel stecken. Fällt der Mittelpunkt an eine 
Stelle, die nicht radiert wird, so hat man zum Schutze dieser 
Stelle ein Stückchen Pappe aufzukleben.  
Den beim Radieren in Wegfall kommenden Decklack ent- 
fernt man mit einem Pinsel oder einer Federfahne. 
Etwaige Korrekturen macht man derart, dafs man mit 
flüssigem Decklack die irrtümlich radierten Stellen wieder zu- 
deckt. Ein in Terpentin getauchter Pinsel genügt für kleinere 
Retouchen, da derselbe den Deckgrund löst, der dann genügend 
Material abgibt, um einzelne Punkte und Linien damit zudecken 
zu können. 
Die fertig radierte Platte überdeckt man, wenn nötig, auch 
auf der Rückseite u. s. w. mit Decklack oder Schellacklösung, 
wie dies schon bei der Hochätzung angegeben wurde. 
 Die Platte erhält dann einen Wachsrand, wenn man am 
Atzmittel sparen mufs. Andernfalls ätzt man ohne Rand in 
einer Planschale.  
Die Atzmittel sind dieselben wie bei der Hochätzung. Ist 
die Tiefätzung genügend fortgeschritten, so giefst man die Ätz- 
Hüssigkeit ab, spült tüchtig mit Wasser ab, trocknet und entfernt 
den Decklack mit Terpentin. Wenn man die Sache nicht eilig 
hat, so kann man die ganze Arbeit in Terpentin legen, bis der 
Lack von selbst sich weggelöst hat. 
Die 
weitere 
Behandlung 
geätzter 
Gegenstände. 
Die geätzten Gegenstände bedürfen größtenteils einer weitem 
Behandlung, sei es zum Schutze gegen Oxydation, d. h. gegen 
Anlaufen und Schwarzwerden, sei es des bessern Aussehens, der 
bessern Wirkung wegen. 
17;?
        

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