Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771243
Das Ätzen 
Metalle. 
253 
Dafs es auf die Mischungsverhältnisse nicht allzusehr ankommt, 
das erweisen schon die dort aufgeführten Zahlen. Die Verhält- 
nisse werden zum Teil durch die Qualität der Materialien und 
auch nach der Jahreszeit geändert. Kühle Temperaturen erfor- 
dern mehr Wachs als warme. Probieren ist Wiederum Hauptsache. 
Da während des Aufmalens die Hände das Metall nicht be- 
rühren sollen, so bedient man sich der Brücke, d. i. ein Brettchen 
mit zwei seitlichen Leisten (Vergl. Abschnitt I). Diese Brücke 
dient der Hand zum Auflegen und wird, während die Arbeit 
fortschreitet, entsprechend verschoben. 
Gerade Linien und Kreise zieht man mit Lineal, Reifsfeder 
und Zirkel. Das Lineal wird zweckmäfsig zu beiden Seiten auf 
4 mm hohe Korkscheiben oder kleine Leistchen befestigt, so dafs 
es auch eine niedrige Brücke bildet. 
Etwaige Ungenauigkeiten und fehlerhafte Stellen werden 
korrigiert, indem man die Umrisse mit einer Radiernadel (auch 
von A. Sedlmayr beziehbar) nachfährt und das Überflüssige des 
Decklacks wegbläst oder mittelst eines Pinsels oder einer Feder- 
fahne beseitigt. Da dieses Geschäft angenehmer ist als das 
Aufmalen, verwendet man die Hauptaufmerksamkeit auf das 
Ausbessern. Mit der Radiernadel kann man auch innerhalb des 
aufgemalten Musters Linien __auskratzen, z. B. die Rippen der 
Blätter, die dann nach dem Atzen tief zu liegen kommen. 
Diejenigen Stellen des Metallgegenstandes, welche keine 
Verzierung erhalten, also z. B. die Rückseite eines Tellers, das 
Innere eines Bechers, werden ganz mit Decklack überrnalt, wenn 
man nicht vorzieht, der leichtem Entfernung wegen hiezu eine 
Schellacklösung in Alkohol zu benützen (vergl. das Rezept 
Tischlerpolitur im Abschnitt V).  
Statt des Asphaltdecklacks oder des Ätzgrunddecklacks kann 
man auch die zum Autographieren übliche chemische Tusche oder 
Tinte benützen, vorausgesetzt, dal's sie dick genug aufgetragen wird. 
Diese Tuschen und Tinten sind in den Zeichenmaterialienhand- 
lungen und bei jedem Lithographen zu haben. Sie bestehen der 
Hauptsache nach auseinem Gemenge von Wachs, Seife, Schellack, 
Talg und irgend einem farbenden Zusatz, weshalb sie den__Atz- 
mitteln widerstehen. Die zum Schreiben dienende braune Uber- 
drucktinte taugt wenig; besser ist es, feste autographische Tusche 
trocken in einer vorgewärmten Tuschschale anzureiben und mit 
einigen Tropfen autographischer Tinte mit dem Finger zu einer" 
dicken Flüssigkeit zusammenzurühren. Mit dieser Flüssigkeit 
kann man nun wohl das Muster aufzeichnen oder aufmalen. Der 
Hauptvorteil dieses Materials ist dagegen nach einer andern 
Richtung zu suchen. Man kann die betreffende Zeichnung ver- 
mittelst der autographischen Tusche auf Papier ausführen (vergl.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.