Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771184
(Knetarbeiten). 
Bronzierte Modellierarbeiten 
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Blumenblätter, Stiele, Staubfäden etc., und verbindet die einzelnen 
Teile entsprechend, solange die Masse noch weich ist. Dabei 
mufs man stets eine Schüssel mit lauwarmem Wasser zur Seite 
haben, erstens um die Finger stets nafs machen zu können, was 
sie allein vor dem Ankleben der_Masse schützt, zweitens, um steif 
gewordene Teile stets wieder durch Eintauchen geschmeidig 
machen zu können. Als weitere Hilfsmittel dienen dünne Kaut- 
schukröhrchen (für biegsame Stiele), dünn ausgewalzter Kaut- 
schuk, wie er zu Verbandzwecken benützt wird (zum Überkleiden 
der Stiele und Ansatzstellen), ausgeglühter Eisen- oder Messing- 
draht u. s. w. Wo die Finger zur Fertigstellung der Einzelheiten 
nicht ausreichen, benützt man die Schere, mit welcher z. B. die 
Blätter ihre Einschnitte und Kerbungen erhalten. Auch ver- 
schiedene Modellierstifte, spitz, flach, kugelig an den Enden, 
erleichtern die Arbeit. Diese Instrumente sind beim Gebrauch 
ebenfalls stets nafs zu machen, damit sie nicht kleben. Das 
Anfertigen von Papierblumen wird eine gute Vorübung bilden. 
Auch getrocknete Pflanzenteile, wie kleine Pinienzapfen u. 2., 
lassen sich mit den künstlich gemachten in Verbindung bringen. 
Bandschleifen können aus gewöhnlichen Bändern oder auch aus 
Kautschuk gemacht Werden.  
Der fertige Gegenstand kann nicht so belassen, werden, wie 
er ist, da er braun oder schwarz aussieht und durchaus nicht an 
farbige, duftige Blumen erinnert. 
Der zweite Teil der Arbeit besteht nun im Bronzieren. 
Dieses kann nach Art der Aquarellrnalerei oder mit Zuhilfenahme 
von Ölfarben erfolgen. Man kann die Bronzen, die ja in allen 
denkbaren Farben und Abstufungen im Handel sind, als trockene 
Pulver oder als flüssige Masse benützen. Man kann die Einzel- 
heiten mit verdünnter Ölfarbe (Terpentin als Verdiinnungsmittel) 
gewissermafsen grundieren und die Bronzepulver mit dem Finger 
einreiben oder mit einem weichen Pinsel aufstauben. Man kann 
auch mittelst des sog. Mediums, das für Bronzemalerei im 
Handel ist, arbeiten u. s. w. Mit einigem Probieren wird jeder- 
mann leicht eine zweckentsprechende Methode finden. Werden 
die Bronzen in harmonischer Farbenzusammenstellung und mäfsig 
aufgetragen, so dal's nur einzelne Stellen in voller Bronzewirkung 
dastehen, die übrigen aber den dunklen Untergrund durchscheinen 
lassen, so lassen sich sehr hübsche Effekte erzielen. Das Ganze 
schützt man schliefslich durch einen feinen Anstrich mit Aquarell- 
oder irgend einem andern Firnis, oder durch Überblasen mit 
Fixatif. 
Wenn nun gefragt wird, was mit den fertigen Erzeugnissen 
anzufangen sei, so geht die Antwort dahin: 
Ungefähr alles, was man mit der früher beliebten Leder-
        

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