Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771175
246 
Zweiter Abschnitt. 
verschiedenen Liebhaberkünste. 
Die 
letztern Fall kann der Schiefer den Grund bilden und blofs das 
Relief aufmodelliert werden. 
Diese verhältnismäßig leichteste Art des Modellierens könnte 
allenfalls für den Dilettanten noch in Betracht kommen. Das 
Modellierwachs, welches käuflich zu haben ist (vergl. das betr. 
Rezept, Abschnitt V), wird mit den Fingern zurechtgeknetet und 
das Relief seiner allgemeinen Form nach aufgebracht. Das Mo- 
dellieren der Einzelheiten erfolgt rnit dem Modellierstift. Die 
Formen desselben sind für Thon und Wachs ungefähr dieselben. 
Für Thon hat man gröfsere Stifte aus hartem Holze, für Wachs 
kleinere aus Bein oder Elfenbein. (Siehe Seite 82.) 
Um das Kleben am Wachs zu verhüten, werden die Spitzen 
der Stifte während des Modellierens stets feucht gehalten, was 
am einfachsten mit den Lippen oder der Zunge gemacht wird. 
Die Technik selbst kann hier unmöglich beschrieben werden. 
Die nötigen Vorkenntnisse im Zeichnen, eine geschickte Hand 
und plastischen Sinn vorausgesetzt, dürften einige Unterrichts- 
stunden bei einem tüchtigen Modelleur genügen, um es dann 
unter Aufwand von viel Zeit und Übung schliefslich zu einer 
gewissen Fertigkeit zu bringen. 
Die genannte Art des Modellierens ist es jedoch nicht, von 
welcher in diesem Artikel die Rede sein soll. Sondern es sind 
die als Knetarbeit bezeichneten plastischen Übungen, welche 
gemeint sind. Es lassen sich nämlich bei einiger Geschicklichkeit 
aus knetbaren Massen mit den Fingern künstliche Blumen und 
Ähnliches bilden, die, richtig weiterbehandelt, eine gute Wirkung 
geben. 
Aus der Reihe der zahllosen plastischen Massen, die vor- 
handen sind oder sich herstellen lassen, sind jedoch für den ge- 
nannten Zweck nur wenige geeignet. Die einen werden nach 
dem Trocknen zu spröde und zerbrechlich, andere sind nicht 
bildsam genug, um zu den feinsten Fäden und Blättern ausgezogen 
zu werden; andere wieder sind zu schwer und wieder andere 
beschmutzen die Hände und verarbeiten sich unangenehm. 
Das beste Material, das hier allein empfohlen werden soll, 
dürfte wohl der Kautschuk sein. Dieses Material ist allerdings 
nicht billig, was offenbar als Hauptgrund dafür gelten kann, dafs 
bronzierte Knetarbeiten verhältnismäßig selten gemacht werden. 
Das Material verarbeitet sich angenehm und leicht, und hat 
eine außerordentliche Bildsamkeit. Die fertigen Sachen sind 
leicht und dauerhaft. 
Man läfst den Kautschuk in warmem Wasser erweichen 
und knetet mit den Fingern, was man eben nötig hat: Blätter,
        

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