Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771158
244 
Abschnitt. 
Zweiter 
Liebhaberkünste. 
verschiedenen 
Die 
Spangrün (für braune Bronze, Altsilber oder Patina) oder einem 
entsprechenden Gemisch dieser oder ähnlicher Farben. Bevor 
der Auftrag völlig getrocknet ist, reibt man Reichgold oder Silber 
oder Kupfer oder eine Mischung dieser Bronzen in Pulverform 
ein. Man trägt die Pulver mit weichem Pinsel, einem sog. Ver- 
treiber, auf, hilft mit den Fingern nach und erzeugt durch Reiben 
mit einem Hirschlederläppchen auf den höchsten Stellen eine 
Art Politur oder Spiegel. Nach völligem Trocknen wird das 
überschüssige Pulver sauber abgerieben und nötigenfalls in den 
Tiefen durch Anmalen mit dem Pinsel-nachgeholfen. Das Ganze 
ist leichter gemacht als beschrieben. Man hüte sich hauptsächlich 
vor übertriebenen Effekten und einem zu dicken Auftrag. Wirk- 
liche, oxydierte und patinierte Bronzen können am besten als 
Vorbild dienen. 
Gipsabgüsse, welche in Wachs oder Stearin eingelassen sind, 
können behufs der Reinigung von Staub und Schmutz, den sie 
überhaupt in geringerem Mafse annehmen, mit schwach ange- 
feuchteten Lappen übergangen werden. Bronzierte Abgüsse reibt 
man trocken ab. Weifse, nicht eingelassene Abgüsse sind schwer 
zu reinigen. Ein Mittel, welches aber nicht immer zum Ziele 
führt, besteht im Überstreichen mit frisch gekochtem Stärkekleister. 
Der Anstrich wird nach dem Trocknen glasartig hart und läfst 
sich mitsamt dem Staub absplittern, vorausgesetzt, dafs die Gips- 
haut, die Oberfläche des Abgusses, die nötige Glätte von Haus 
aus gehabt hat. 
Das Übermalen mit weifser Ölfarbe verbietet sich bei kleinen 
Dingen unter allen Umständen.
        

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