Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771144
Die F ormerei. 
243 
Damit die Leimform keines besondern Randes bedarf, wird 
derselbe an die Form angegossen. Man legt zu diesem Zwecke 
das Original auf eine Glasplatte, ein Blech oder Brettchen und 
schmiert das Auflager mit Thon oder Wachs zu und bildet nun 
um das Original einen Rand aus Thon oder Wachs in der Weise, 
dal's zwischen diesem Wall und dem Original ein rundum lau- 
fender Graben verbleibt. (Fig. 187.) Damit wird gleichzeitig 
erreicht, dafs der Abgufs gerade so dick ausfällt wie das Ori- 
ginal. Die Gelatineform soll an den dünnsten Stellen immer 
noch einige Millimeter dick sein, was sich bei der Durchscheinigkeit 
des Materials beim Aufgiefsen leicht bemessen läfst. Alles andere 
ist wie beim Ausgiefsen aus der Gipsform; die Leimform wird 
vor dem Ausgiefsen mit braunem Siccatif ausgepinselt oder 
lackiert. 
Die ausgebrauchten Formen werden von anhaftendem Gips etc. 
gereinigt, mit dem Messer in Scheiben oder Stücke geschnitten 
und zum fernem Gebrauch  
aufbewahrt oderTunmittel-  
bar mit dem im opf ver-  ß    
bliebenen Rest zusammen   
geschmolzen. Sollte die sifsifg-Äfifie 
Gelatine im Lauf der Zeit '  
vkurz" werden, d. h. keine   
Fäden mehr ziehen, so   
mufs man dieselbe durch g- 
Zusatz von neuer Gelatine Fig. 187. Rand für kleine Leimformen. 
verbessern,Wenn man nicht 
vorzieht, sie wegzuwerfen oder als Leim zum Kleben etc. zu ver- 
werten. 
Als Gegenstände für die beschriebene Formerei in Gips oder 
Leim eignen sich geschnittene Steine, Münzen, Medaillen, Hoch- 
ätzungen und alle möglichen Flachreliefs in Metall, Gips, Holz, 
Bein, Wachs etc. 
Die Gipsabgüsse werden entweder in ihrem weifsen Zustande 
belassen, da der Gips in der Masse nicht Wohl gefärbt werden 
kann. Oder man läfst sie in Wachs oder Stearin ein, wodurch 
sie eine zartere Oberfläche und einen sanftern, gelblichen Ton 
annehmen. Oder man streicht sie mit einer schwachen Lösung 
von Asphalt in Terpentin an, Wobei sie ein gelbes, warmes Aus- 
sehen mit dunklem Tönen in den Vertiefungen erhalten. Oder 
man bronziert dieselben etwa nach folgendem Verfahren: 
Zunächst wird der trockene Abgufs mit Ölfarbe leicht über- 
strichen. Man benützt die bekannten Tubenfarben und verdünnt 
mit Terpentinöl. Je nach der beabsichtigten Art der Bronzierung 
wählt man einen Anstrich von Kasseler Braun, Lampenschwarz, 
16""
        

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