Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-771119
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Zweiter Abschnitt. 
verschiedenen Liebhaberkünste. 
Die 
sich, in anbetracht der kleinen Mengen, die für den Dilettanten 
nötig sind, nur das beste Material, den sog. Alabastergips, zu be- 
nützen. Einen schön weifsen, feinen und tadellosen Gips liefert 
Grofsmann Söhne in Höchst a. M. (In Säcken zu 11h Zentner 
7 M. 50 Pf.) Ein noch feineres Material  liefern A. Fritze 
8c Cie., Lübtheen, Mecklenburg, den Zentner zu x4 M. Wer nicht 
direkt beziehen mag, wende sich an einen Gipsformer oder an 
die „belle figurine" verkaufenden Italiani. 
Als Gefäfse zum Anrühren des Gipses empfehlen sich Halb- 
kugeln aus Gummi, die man erhält, wenn man einen Kinderspiel- 
ball in zwei Hälften zerschneidet. Da diese Gefäfse elastisch 
sind, so kann man dieselben von den Krusten des erhärteten 
Gipses mit Leichtigkeit reinigen, indem man sie entsprechend 
zusammenfaltet, wobei der trockene Gips abspringt. Dies schliefst 
jedoch ein Reinigen in Wasser sofort nach dem Gebrauch nicht 
aus. Nur wenn dieses einmal vergessen wird, ist das andere gut. 
Man giefst je nach Bedarf Wasser in die Gummischüssel (die 
Menge lernt sich durch die Übung schätzen) und streut den Gips 
mit der Hand ein, und zwar so lange, bis sich inmitten des 
Wassers ein kleiner Hügel bildet, der nicht vom Wasser bedeckt 
ist. Hierauf rührt man mit einem Stab oder Löffel rasch einen 
gleichmäßigen Brei zurecht. Zu langes Rühren würde den Gips 
„tot" machen, d. h. er würde seine Binde- 
fgff  , _  kraft verlieren und einen schlechten, un- 
 21 festen Abgufs mit griesiger Oberfläche 
B   liefern. Da der Gipsbrei sehr rasch er- 
 i?" härtet, mufs er sofort nach dem Anrühren 
Fig. 183 verwendet werden.   
Medaille mit Formmnd. Angenommen, es soll eine Medaille 
aus Bronze oder anderm Metall abgeformt 
werden, so ist dieselbe zunächst mittelst Terpentinöl von Schmutz 
und Staub zu reinigen. Hierauf wird dieselbe mittelst eines 
Pinsels oder Läppchens leicht mit Olivenöl eingerieben und mit 
einem Rande von Modellierwachs oder Modellierthon versehen 
(Fig. 183). ln die entstehende Vertiefung wird der selbstredend 
erst jetzt anzurührende Gips aufgetragen. Dies geschieht, indem 
man den Brei vorsichtig aufgiefst. Besser ist es, um etwaige 
Luftblasen zu vermeiden, die auf der Oberfläche des Abgusses 
als Löcher erscheinen, die erste Schicht mit einem Pinsel aufzu- 
tragen und hierauf das übrige nachzugiefsen. Die obere Fläche 
des Aufgusses (die nachherige Rückseite des Abgusses) wird mit 
einer Spachtel oder einem Lineal eben gestrichen und dabei auf 
eine gleichmäfsige Dicke des Abgusses acht genommen. Nach 
Verlauf einer Viertelstunde wird der Abgufs so weit erhärtet sein, 
dafs er abgenommen werden kann, was mit Vorsicht geschehen
        

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