Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768812
Abschnitt. 
Erster 
die Werkzeuge. 
Material und 
das 
Über 
Feder aufgesteckt oder aufgeschraubt wird. Gewöhnlich endigt 
der Griff am einzuschraubenden Ende in eine Nadel, so dal's 
derselbe gleichzeitig als Punktiernadel benützt werden kann. Man 
füllt die Reifsfeder bei weiter Stellung durch Eintauchen oder 
vermittelst eines kleinen Papierstückchens, das man in die Tusche 
taucht, wischt die Feder aufsen säuberlich ab und schliefst verw 
mittelst der angebrachten Stellschraube so weit, als es für die 
beabsichtigte Strichbreite nötig erscheint. Wichtig ist, dafs die 
Reifsfeder beim Ausziehen in einer senkrechten Ebene gehalten 
wird, deren Grundlinie mit der Linealkante zusammenfällt. Sie 
darf mit andern Worten nicht nach vorn oder rückwärts geneigt 
sein, während sie nach der rechten Seite hin einen beliebigen 
Winkel bilden kann. Es müssen eben beide Reifsfederspitzen 
gleichmäfsig aufstehen, weil sonst ein ordentlicher Strich nicht 
möglich ist. 
Gute Reifszeuge sind nicht billig, und dal's man zu diesem 
Gerät sorgfältig acht zu haben und die Reifsfedern nach gemachtem 
Gebrauch stets zu reinigen hat (indem man mit einem umgebo- 
genen Hirschleder durch die Spitzen fährt), versteht sich eigentlich 
von selbst. Dafs Zirkel und Ziehfedern nicht besser werden, 
wenn sie offen auf Tischen liegen bleiben anstatt im zugehörigen 
Etui aufbewahrt zu werden, liegt ebenso nahe. Reifszeuge und 
Reifszeugteile auszuleihen, ist gerade so unzweckmäfsig, als es 
unanständig ist, Zahnstocher und Zahnbürsten auszuleihen. 
Reifszeuge der obenerwähnten Art sind in allen gröfsern 
Zeichenmaterialienhandlungen vorrätig oder auf Bestellung zu haben. 
Ein Fabrikat von altem, guten Namen ist dasjenige von 
J. Kern in Aarau. Eine sehr empfehlenswerte deutsche Firma 
ist Clemens Riefler in Nesselwang und München. 
Ein einfaches, gutes und preiswürdiges Reifszeug dieser 
Firma ist: 
Besteck F, enthaltend: 
I. Einsatzzirkel, 140 mm lang, ohne Spitzen, mit festem Nadel- 
einsatz, Bleieinsatz, Reifsfedereinsatz und Verlängerungsstange. 
2. Handzirkel, 125 mm lang. 
3. Handreifsfeder, 125 mm lang, mit Punktiernadel und Eben- 
holzgriff. 
4. Büchschen mit 5 Bleistiften für den Bleieinsatz. 
Dieses Besteck kostet samt Etui (mit abgerundeten Ecken 
und Nadelverschlufs) in Messing 15 M. 10 Pf., in Neusilber 
17 M. 90 Pf. (Vergl. Fig. 3.) 
Ein Reifszeug, die nämlichen Stücke enthaltend, für weniger 
exakte Arbeiten zur Not genügend, aber bedeutend minderwertig, 
fertigt Georg Schoenner in Nürnberg. Es hat die Bezeichnung 
4a und kostet in Messing 6 M. 60 Pf.
        

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