Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-770896
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Fig. I67. Füllungsornament von Prof. A. Ortwein. 
Die 
Lederplastik. 
Als solche bezeichnet man das Schneiden, Punzen, Treiben 
und Modellieren des Leders und spricht je nach dem Vorherrschen 
der einen oder andern dieser Behandlungsarten von Lederschnitt, 
Ledertreibarbeit u. s. w. 
Schon zur Zeit des Mittelalters wurden hieher zu zählende 
Arbeiten geschaffen. Man beschränkte sich aber durchschnittlich 
auf das Einschneiden der Umrisse und das Punzen des Grundes, 
während die eigentliche Treibarbeit erst späterhin hinzukam. Alte, 
in Leder geschnittene Buchdeckel mit gepunztem Grunde zeigen 
die Figuren 168 und x69. 
Als im Lauf der letzten Jahrzehnte der bekannte Aufschwung 
des Kunsthandwerkes eintrat, gedachte man auch wieder jener 
alten Lederarbeiten und versuchte sich aufs neue an der längst 
vergessenen Technik derselben. Wunder in Wien, Hulbe in 
Hamburg, Hupp in München und andere Meister haben denn 
auch das Richtige gefunden, so dafs heute schon eine stattliche 
Zahl kunstgewerblicher Werkstätten für Lederarbeiten sich namhaft 
machen liefse, abgesehen von den vielen Künstlern und Dilet- 
tanten, die sich gelegentlich auf diesem Gebiete versuchen. 
Die Sache erfordert eine geschickte Hand, Übung im Zeichnen 
und Modellieren oder wenigstens ein richtiges Gefühl für plastische 
Form, bietet im übrigen aber keine wesentlichen Schwierig- 
keiten, so dafs dieses Gebiet für die kunstübenden Dilettanten 
aufserordentlich geeignet erscheint. Dabei sind der künstlerischen 
Leistungsfähigkeit die weitesten Schranken gestellt und die Soli- 
dität und Dauerhaftigkeit des Materials haben vieles voraus gegen- 
über manch anderer der Liebhaberkünste. Die Kosten sind nicht 
sehr belangreich und das Geschäft ist reinlich und gefahrlos, so 
dafs unsern Damen diese Kunst auf das angelegentlichste em-
        

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