Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768806
Reifszeug 
Das 
haben oder, wenn nicht, auf Wunsch bereitwillig beschaffen. Von 
einer Preisangabe für Materialien und Werkzeuge mufste im allge- 
meinen aus hier nicht weiter zu entwickelnden Gründen abge- 
sehen werden, so willkommen und erwünscht eine derartige 
Durchführung wohl auch gewesen sein dürfte. 
Das 
Reifszeug. 
Wer die Kunst aus Liebhaberei betreibt, der braucht kein 
großartiges Reifszeug, wenn er ohne ein solches auch nicht wohl 
auskommen wird. Die umfangreichen und kostspieligen Bestecke 
sind für die Techniker, die das Reifszeug ständig zur Hand haben 
müssen und denen es Zeit ersparen hilft, wenn es wohl ausge- 
stattet ist. Die Qualität eines Reifszeuges ist weit wichtiger als 
die Quantität dessen, was es enthält. Ein Einsatzzirkel, ein 
Handzirkel und eine Ziehfeder sind dasjenige, worauf man sich 
wohl beschränken kann. Eine ordentliche Gröfse empfiehlt sich 
deswegen, weil die Geräte weiterreichen und weil man mit den 
grofsen dasselbe machen kann wie mit den kleinen, vorausgesetzt, 
dal's sie gut sind. Wenn man mit einem grofsen Einsatzzirkel 
nicht ebenso kleine Kreise ziehen kann wie mit einem Nullen- 
Zirkel, so beweist das nur, dafs jener nichts taugt. Grofse Zieh- 
federn braucht man weniger oft zu füllen als kleine. Die Hand- 
oder Greifzirkel werden ohnedem schon kleiner geliefert als die 
zugehörigen Einsatzzirkel. 
Der Einsatzzirkel (Fig.3a,b, c) hat am zweckmäfsigsten 
einen festen Nadeleinsatz sowie einen Reifsfeder- und einen 
Bleieinsatz zum Wegnehmen und zur abwechselnden Benutzung. 
Mit diesem Zirkel werden Kreise und Kreisbogen in Bleistift 
und in Tusche oder Farbe gezogen. Die Nadelspitze soll den 
Einsatz etwa um 1 mm überragen (soweit sie in das Papier, 
resp. die Unterlage eindringt) und gerade so viel soll sie auch 
die B1eistift- und Reifsfederspitze überragen. Mufs der Zirkel 
weit geöffnet werden, um gröfsere Kreise zu ziehen, so sind die 
Zirkelschenkel so weit nach innen umzubiegen, dafs dieselben 
senkrecht auf das Papier zu stehen kommen. Am nötigsten ist 
dies in Bezug auf die Reifsfeder, weil sonst unmöglich ein 
ordentlicher Strich zu erzielen ist. Eine bedeutende Erweiterung 
des Zirkels wird durch die Verlängerungsstange ermöglicht, 
welche vollständigen Reifszeugen beigegeben zu werden pflegt. 
Der Handlirkel (Fig. 3 d) dient zum Abgreifen und Über- 
tragen von Mafsen, zum Einteilen u. s. w. Er hat keine Einsätze 
und läuft in Stahlspitzen zu. 
Die Ziehfeder oder Handreifsfeder (Fig. 3c) hat einen 
Griff von Elfenbein oder Ebenholz, auf welchen die eigentliche
        

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