Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-770609
1    i 
Fig- 
139- 
Intarsia von 
der 
der Kanzel 
Jakobikirche 
Goslar. 
Die 
Holzmalerei. 
Diese Malerei ist beliebt und viel geübt, hauptsächlich seit 
die zu bemalenden Gegenstände, sauber hergestellt und vorge- 
richtet, überall käuflich zu haben sind. Die Bemalung geschieht 
in der Regel mit gewöhnlichen Wasser- oder Aquarellfarben und 
entweder lavierend und lasierend in Bezug auf naturalistische 
Dinge, Blumen, figürliche Sachen etc. oder mit mehr deckenden 
Farben in Bezug auf eine strengere Flachornamentik, die in erster 
Linie geeignet scheint, einen einfachen Behelf für die Intarsia, für 
die Einlegearbeit, zu bilden. Der erstern Art der Malerei steht 
die ganze Farbenreihe zu Gebote; für die letztere empfehlen sich 
vornehmlich Töne, die im Farbenkreise der natürlichen oder ge- 
beizten Hölzer liegen. Die Beiziehung von Bronzen ist nicht 
ausgeschlossen. Sie sollen das eingelegte Metall ersetzen. 
Wenn das Holz nicht schon die nötige Zurichtung besitzt, 
so mufs ihm dieselbe auf folgende Weise gegeben werden: Zu- 
nächst wird durch Abschleifen mit Glaspapier oder andern 
Schleifmitteln eine glatte Fläche hergestellt. Hierauf wird diese 
mit einer Lösung von wenig Gelatine in warmem Wasser so 
oft bestrichen, bis die Lösung nicht mehr eindringt. Nach völ- 
ligem Trocknen wird nochmals leicht abgeschliffen und die Be- 
malung kann vor sich gehen. Sind die Flächen schon völlig 
glatt und der Bemalung steht blofs ein schwaches Austliefsen und 
Verlaufen der Farben im Wege, so genügt unter Umständen ein 
leichtes Überstreichen mit einer Lösung von schwachem Stärke- 
kleister und Alaun, um den angeführten Mifsstand zu beheben. 
Gegen etwaige Fettspuren hilft das Beimengen von Ochsengalle 
zur Farbe. 
Die Bemalung geschieht in der gewöhnlichen Weise wie auf 
Papier, nachdem die Zeichnung ebenfalls auf gewöhnlichem Wege 
übergepaust ist. Gerade Linien und Kreise zieht man an Ort 
und Stelle mit Lineal und Zirkel. Je frischer und fertiger die 
Pinselführung erfolgt, desto hübscher wird die Arbeit ausfallen.
        

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