Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-770356
164 
Abschnitt. 
Zweiter 
Liebhaberkünste. 
verschiedenen 
Die 
dung und in aufeinander folgendem Wechsel. Für Dilettanten kommt 
nur die Malerei mit Ol in Betracht, wonach auch die flüssigen 
käuflichen Farben eingerichtet sind. Die nötigen Malmittel sind 
Terpentinöl, Lavendelöl und Dicköl. Lavendelöl trocknet 
langsam, Terpentinöl schnell; durch entsprechende Mischung ist 
es möglich, jeden erwünschten Zwischengrad zu erzielen. Zu 
überstupfende, gröfsere Flächen müssen langsam trocknen, daher 
hiebei hauptsächlich das Lavendelöl eine Rolle spielt." Das 
Dicköl, aus den erstgenannten Olen durch Stehenlassen an der 
Luft gewonnen, ist dicker und zäher als jene; wo also jene zu 
leichtfiüssig wirken, verlaufen und ein Zerfliefsen der Farben 
bewirken, da mufs das Dicköl helfend beigezogen werden. Nicht 
alle Farben verhalten sich in Bezug auf die Malmittel gleich- 
mäfsig; fortgesetzte Ubung wird auf das Richtige führen. Läuft 
die Farbe unter dem Lavendelöl davon, so genügt vielfach die 
innige Beimengung von ganz wenig Wasser, um dem Übelstand 
abzuhelfen.   
Da beim Aufzeichnen oder beim Uberpausen der Zeich- 
nung die Bleistiftstriche und das Graphitpulver des Durchzeichen- 
papieres nicht haften würden, ist es nötig, vor der Vornahme 
dieser Arbeit den zu bemalenden Gegenstand mit Terpentinöl 
abzureiben. Die Befestigung des Papieres geschieht mit Kleb- 
wachs. Die Umrisse können der gröfsern Deutlichkeit wegen 
mit feinen Linien in Karmin oder chinesischer Tusche nach- 
gezogen werden, Welche Farbstoffe im Feuer verbrennen. 
Trotzdem hat die ganze Übertragung möglichst fein und sauber 
zu geschehen, um spätem Ungehörigkeiten nach Kräften vorzu- 
beugen. Der gröfste Feind der Malerei ist, wie gesagt, 
der Staub und alle ähnlichen Verunreinigungen; Ab- 
blätterungen und zerrissene Farben, die nach dem 
Brennen zu Tage treten, sind meist aufRechnung unge- 
nügender Sauberkeit bei der Malerei zu setzen. 
NB. Nur die grbfslnzöglzklze Reinliclzkezl rclzülzf vor zennölzger Arbeit. 
Das Anlegen der Töne, das Ablavieren, das Ausgleichen, 
das Abschattieren geschieht im allgemeinen in der gewöhnlichen 
Weise der Aquarellmalerei und ist je nach Art des Darzustellenden 
verschieden. Eine Spezialität ist eigentlich nur das Abtupfen der 
Töne, das Radieren und Schaben. Mufs eine Farbe mit einer 
andern übergangen werden, so mufs sie völlig trocken ge- 
worden sein, weil sie sonst wieder weggenommen würde. 
Zu Vorstudien empfehlen sich Dekorationen in einer Farbe 
nach Art der bekannten Zwiebel- und Blumenstreumuster und 
andere einfache Linien- und Flächenornamente. Als zweite 
Stufe käme in Betracht das Malen in verschieden starken Tönen 
einer Farbe nach Art des Grau in Grau. Die zweckmäfsigste,
        

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