Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768725
      
Fig. I. Ornament, entenn Mx Läger. 
Zur 
Einleitung. 
Was 
dieses 
Buch 
will. 
In Bezug auf die Kunst gibt es dreierlei Menschen. Die 
einen bekümmern sich gar nicht um dieselbe, sei es aus Unzu- 
länglichkeit und Verständnislosigkeit, sei es aus Mangel "an Zeit 
und Gelegenheit oder aus irgend einem andern Grunde. Das 
ist die „misera plebs", die aber darum noch nicht unglücklich 
zu sein braucht. Die andern bringen ihr ein offenes Herz ent- 
gegen und haben ihre Freude an derselben, wenn sie auch nicht 
selbst ausübend und selber schaifend sich an ihr beteiligen. Zu 
diesen zählt die Mehrheit der Menschheit und der gebildete Teil 
schon deswegen, weil eine gewisse Empfänglichkeit für die Kunst 
eben zur allgemeinen Bildung gehört. Die dritten legen gelber 
Hand ans Werk und lassen die Gebilde der Kunst erstehen, die 
wirklichen oder die vermeintlichen, zur Bewunderung oder zum 
Schrecken der andern und der dritten. M, 
Diese dritten scheiden sich wieder in zwei ungleiche Lager, 
zwischen denen eine scharfe Grenze nicht besteht. Auf der 
einen Seite stehen die Künstler von Gottes Gnaden und die von 
Beruf, auf der andern die Liebhaber, die Dilettanten, wie man 
dieses Heer zu nennen püegt.  
Die letztern treiben die Kunst zum Vergnügen, zum Zeit- 
vertreib in müfsigen Stunden. Hat doch jeder sein Steckenpferd, 
das er zu reiten pflegt, und die Kunst ist gewifs nicht das 
schlechteste. 
„Seht, mein junger Freund, s01ang' die 
Welt steht, wird's auch Menschen geben, 
Die auf Steckenpferden reiten; 
Der liebt Mystik und Askesis, 
Meyer, Liebhaberkiinste. 2. Abdruck. I
        

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