Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-770012
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Zweiter Abschnitt. 
Liebhaberkünste. 
verschiedenen 
Die 
Tretebalg, hat vor dem Handgebläse den Vorzug, dafs beide 
Hände für die Zeichnerei frei bleiben. Die betreffenden Apparate 
sind in verschiedener Gröfse und Ausführung von verschiedenen 
Seiten aus im Handel, wonach auch die Preise wechseln. (Gustav 
Fritzsche in Leipzig; Robert Friedel 8c Cie. in Stuttgart u. a.) 
Als Unterlage, als Material für den Holzbrand, kann jede 
glatte Holzfiäche benützt werden; am geeignetsten sind Hölzer 
mit gleichmäfsigem Gefüge, die dabei eine gewisse Härte haben, 
also Birnbaum, Ahorn, Zirbelkiefer etc. Vorbereitete, geschliffene 
Brettchen liefert jeder Schreiner; sie sind übrigens auch fertig im 
Handel, sowie die entsprechenden Teller, Kästchen u. a., die 
sowohl für diesen Zweck als zum Zwecke der Bemalung fabrik- 
mäfsig hergestellt werden. 
Die Zeichnung wird auf dem Holze selbst entworfen oder 
in der gewöhnlichen Weise übergepaust. 
Die Manier der Darstellung liegt etwa in der Mitte zwischen 
einer derben, kräftigen Federzeichnung und der Bleistift- oder 
Kreidestrichmanier, da sich nicht nur scharfe, dunkle, frische, 
sondern auch weiche, abgetonte Strichlagen herstellen lassen, je 
nachdem der Stift mehr oder weniger glühend ist und je nachdem 
ein mehr spitzer oder mehr flacher Stift benützt wird. (Es 
werden den Apparaten gewöhnlich verschiedene Stifte beigegeben, 
die abwechselungsweise zu benützen sind.) 
Eine gewisse Derbheit ist der Sache stets besser angepafst, 
als eine pünktliche, kleinliche Ausführung, worauf schon bei der 
Wahl des Darzustellenden zu achten ist. 
Die Verzierung kann der verschiedensten Art sein, orna- 
mental, figürlich, landschaftlich u. s. W. Heraldische Dinge, 
Landsknechte, Ritterfräulein, skizzenhafte Landschaften, Spruch- 
bänder mit passender Ornamentik sind wohl geeignet. Die ent- 
sprechenden Vorbilder finden sich zerstreut in zahllosen Werken; 
illustrierte Prospekte und Zeitschriften bieten ebenfalls genügendes 
Material. 
Soll der Holzbrand mit der Holzmalerei vereinigt werden, 
so empfiehlt sich ein lasurartiges Bemalen (mit Aquarell- oder 
Ölfarben) nach Aufbringung der Zeichnung und vor der Auf- 
bringung des Holzbrandes. Auch farbig eingelegte Intarsien lassen 
sich nachträglich mittelst des Holzbrandes wirkungsvoll ausgestalten. 
Die gebrannten Gegenstände sind fertig und erfordern keine 
weitere Behandlung. Ein Überblasen mit Fixatif, ein leichtes 
Firnissen oder Wachsen (Abreiben mit Wachs, in Terpentin ge- 
löst) können unter Umständen auch nicht schaden. 
NB. Hat man während der Arbeit den Stift für Augenblicke 
wegzulegen, so lege man zlzn dahin, wo er keinen Schaden anrichtet, 
auf einen Efsberteekboek ader etwas derartiges.
        

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