Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-769944
Rauchbilder. 
123 
Lichter schließlich ohne Überzug stehen bleiben. Dabei kann ja 
jederzeit das Ganze oder einzelne Partien mit einem Hirschleder- 
lappen weggeputzt werden, wenn Änderungen nötig fallen. Mit 
dem Hirschleder begrenzt man schliefslich auch die Bilder, wo 
dies nötig ist, so z. B. wenn man das Bild im Fond eines Tellers 
angelegt hat. Man umfährt, mit dem Lappen gleichen Abstand 
vom Rand her haltend, vorsichtig das Bild und kratzt etwaige 
Ungleichheiten nachträglich weg. 
Die fertigen Bilder schützt man dadurch, dafs man sie ver- 
mittelst des Zerstäubers (Abschnitt I, Artikel 66) mit Fixatif 
anbläst, wobei die Verteilung des Fixatifs aber keine tropfen- 
weise sondern eine äufserst feine sein mufs, was bei einem 
richtigen Apparat und einiger Übung nicht schwer fällt. Geschieht 
dieses Fixieren mit Einhaltung des richtigen Mafses, so erhalten 
die Bilder eine halb matte, halb glänzende Oberfläche von guter 
Wirkung. Anderseits kann man die Bilder auch dadurch schützen, 
dafs man sie vorsichtig mit Fixatif oder Aquarellfirnis übergiefst. 
Durch Drehen und Wenden kann man die Flüssigkeit an alle 
Stellen hinbekommen; das Überflüssige läfst man ablaufen. Dieses 
zweite Verfahren ist schliefslich das einfachere, die Bilder fallen 
aber etwas glänzender und weniger schön aus, zeigen auch leicht 
Streifen, wenn der Überzug nicht gleich dick ausgefallen ist. 
Durch die genannten Überzüge werden die Bilder übrigens nicht 
so sehr geschützt, dafs man sie etwa abwaschen könnte, ohne 
dieselben zu verderben. Will man einen vollständigen Schutz 
erzielen, dann müssen sie eben unter Glas und Rahmen gebracht 
werden. 
Macht man Rauchbilder auf Glas, so verfährt man in der- 
selben Weise. Das Anrauchen mufs langsam und so erfolgen, 
dafs die Gläser nicht springen, was auch für Porzellan, Steingut 
und Fayence gilt. Die oben erwähnten Passepartout-Gläser werden 
Selbstredend auf derjenigen Seite angeschwärzt, auf welcher auch 
die Lackbemalung des Randes angebracht ist. Das Glas gewährt 
nun bezüglich des Aufzeichnens einen Vorzug. Raucht man zu- 
nächst schwach an, so bleibt der Überzug durchsichtig genug, um 
Bilder, Photographien etc. direkt in ihren Umrissen nachzeichnen 
Zu können, wie man eine gewöhnliche Pause anfertigt. Man darf 
dann nachher nur nicht gleich so stark anschwärzen, dafs die 
Zeichnung sofort Wieder verloren geht. 
Macht man Rauchbilder auf Glas, um sie an das Fenster zu 
hängen wie Glasgemälde, so wird das Bild erst in der oben 
angegebenen Weise fixiert. Nach dem Trocknen legt man es 
auf ein weifses, gleichgrofses Glas mit der schwarzen Seite nach 
innen und umklebt die beiden Gläser über die Ränder mit schmalen 
Papierstreifen, fafst die Ränder in Fensterbleie oder Kantenbleche
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.