Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-769663
Papier, 
Tinte, 
Tusche 
für autographischen Überdruck. 
Kreide 
und 
Da von den Händen herrührende Fettspuren des Papieres 
gerne auf den Stein mit übergehen, so hüte man sich thunlichst, 
das Papier zu berühren, und lege ein Handblatt beim Zeichnen 
unter. 
Man kann mit Bleistift verzeichnen; aber mit dem Gummi 
sollte man nicht radieren, da die überschüssigen Bleistiftstriche 
nicht schaden, das Radieren jedoch den Anstrich des Papieres 
entfernt. Der ausgeführten Zeichnung kann man nachhelfen, indem 
man mittelst des Radiermessers schartige Striche zurechtrnacht 
und Überflüssiges Wegschabt. Soll eine ganze Partie geändert 
werden, so schneidet man das betreffende Stück aus und klebt 
ein neues Stück Papier dahinter, aber KNB.) nicht mit Gummi 
arabzkum, sondern mit Klezlvier. Die Autogrgphiefpgpiere kann man 
auch aufspannen, wenn man sie auf der nicht präparierten Seite 
Inäfsig anfeuchtet. Das Aufspannen empfiehlt sich jedoch nicht, 
wo viele gerade Linien vorkommen, da letztere beim Abziehen 
auf den Stein leicht krumm und wackelig ausfallen, wenn 
das Papier vorher aufgespannt War. Für gewöhnlich genügt ein 
Aufheften mit Reifsnägeln. Flächenpartien, die nicht wohl mit 
der Feder auszuführen sind, kann man auch mit dem Pinsel an- 
legen, aber voll und kräftig; ein Ablavieren gibt es hier nicht, 
da in diesem Fall auf dem Überdruck alles gleichdunkel oder 
gar nicht erscheint. 
Kreidezeichnungen auf Kreidegrund kann man an den tiefsten 
Stellen ganz Wohl durch Einmalen mit dem Pinsel oder durch 
Einzeichnen mit der Feder zu Hilfe kommen. 
Gutes Material und kräftige Zeichnung vorausgesetzt, können 
autographierte Zeichnungen wochen-, ja monatelang liegen, bevor 
sie auf den Stein abgezogen werden. Allerdings müssen die Steine 
dann vorgewärmt werden. Für kalte Steine sollten die Zeichnungen 
nicht mehr als acht Tage liegen. Es empfiehlt sich, den Zeich- 
nungen das Datum der Entstehung beizuschreiben, damit der 
Lithograph sich darnach richten kann. 
Das Abziehen und Überdrucken läfst man durch den letztern 
besorgen, der einer fehlerhaften Zeichnung bis zu einem gewissen 
Grade auch auf dem Stein noch nachhelfen kann. 
Die Drucke können in jeder beliebigen Farbe hergestellt 
Werden. Eine angenehme Wirkung geben dunkelbraune und 
dunkelblaue Drucke auf gelblichem Konzeptpapier; sie sind nicht 
S0 hart als schwarze Überdrucke auf weifsem Papier. 
Es ist diesem Artikel eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt 
worden, weil in Bezug auf das Autographieren vielfach irrige 
Meinungen herrschen und die Sache für schwerer gehalten wird, 
318 sie eigentlich ist. Schliefslich sei noch bemerkt, dafs alle 
Striche auf dem Überdruck etwas breiter auszufalle'n pflegen als
        

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