Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-769655
Erster Abschnitt. 
die Werkzeuge. 
und 
das Material 
Über 
Weise pausen, so mufs das Papier selbstredend durchsichtig sein. 
Das gewöhnliche Pauspapier kann hierzu nicht verwendet werden, 
wohl aber das sogenannte französische Pflanzenpauspapier, 
welches kein O1 enthält. Es ist übrigens mit Kleister bestrichenes 
und satiniertes Seidenpapier als autographisches Pauspapier 
im Handel, welches sich sehr wohl eignet und vollauf genug 
durchscheinend ist. 
Gezeichnet wird auf die präparierte Seite, und der Anstrich 
hat zur Folge, dafs ein Strich, solange er nafs ist, nicht nach- 
gefahren werden darf, weil der zweite Strich sonst die Farbe 
und den aufgeweichten Anstrich wegschiebt, worauf zu achten ist. 
Das bis jetzt Gesagte bezieht sich auf das Zeichnen mit der 
Feder. Soll mit Kreide in Kreide- oder Bleistiftmanier gezeichnet 
werden, so hat man wieder ein besonderes Papier nötig. Dasselbe 
hat einen dicken Überzug, mit gekörnter Oberfläche, so dafs die 
Kreide nur auf den Höckern des Korns haften bleibt. Die 
autographische Kreide ist in der Form runder Stäbchen in 
verschiedenen Härtegraden in den Zeichenmaterialienhandlungen 
oder beim Lithographen zu haben, die auch das betreffende Papier 
führen. ' 
Zum Zeichnen mit der Feder benützt man autographische 
Tusche oder Tinte. Die zum Schreiben für den Umdruck von 
Schriftstücken dienende braune Überdrucktinte ist wenig zum 
Zeichnen geeignet, weil die Striche zu wenig sichtbar sind. 
Deshalb benützt man die schwarze autographische Zeichentinte 
oder autographische Tusche. Die letztere hat die Form vier- 
kantiger Prismen und ist zum Schutz der Finger gegen das Be- 
schmutzen mit Staniol überzogen. In einer Tuschschale reibt 
man die Tusche trocken an, was sehr leicht und rasch geht, 
wennman die Schale vorher anwärmt. Die angeriebene Tusche 
wird mit einigen Tropfen Regenwasser oder destilliertem Wasser 
mit dem Finger zu einer Flüssigkeit vermengt, die am" besten so 
dick ist, dafs sich gerade noch damit zeichnen läfst. Ubung und 
ein sog. Tropfenzähler lassen leicht das richtige Verhältnis finden. 
Noch sicherer und bequemer ist es, die trocken angeriebene 
Tusche mit einigen Tropfen brauner Uberdrucktinte zu vermengen, 
da in diesem Fall die Flüssigkeit dunkel genug und nie zu dünn wird. 
Gezeichnet wird mit gewöhnlichen Zeichenfedern, die aber 
rein sein müssen und von Zeit zu Zeit mit dem Hirschleder ge- 
putzt werden, da die Tusche trocken eine klebrige, schmierige 
Masse bildet. Aus dem gleichen Grunde reinigt man die Tusch- 
schalen, solange die Tusche noch nicht eingetrocknet ist; oder 
wenn dies der Fall ist, benützt man warmes Wasser. Die Tusche 
mufs jedesmal frisch angerieben werden, da alte, wieder angeriebene 
nicht zuverlässig ist.
        

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