Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-769621
Polieren. 
Das 
Das Polieren des Metalles, soweit es dilettantisch besorgt 
werden kann, ist nur ein fortgesetztes sorgfältiges Schleifen mit 
den feinsten Schleifmitteln. 
Das Polieren des Holzes sei hier in Kürze geschildert. 
Dem Polieren hat das Schleifen vorauszugehen. Malereien und ähn- 
liche Dinge erhalten eine Grundierung, bevor sie poliert werden. 
Dies geschieht durch rasches und gleichmäfsiges Überstreichen 
mit Politur, die mittelst eines flachen Pinsels so aufgetragen wird, 
dafs womöglich jede Stelle nur einmal übergangen wird. Die 
Politur ist fertig im Handel; wer sie selbst ansetzen will, findet 
die betreffende Anweisung unter den Rezepten. Bevor grundiert 
wird, mufs die Malerei vollständig trocken sein. Das Grundieren 
Wird, wenn nötig, wiederholt, bis die Politur nicht mehr ein- 
dringt. Jeder Auftrag setzt ein vollständiges Trocknen des vor- 
hergehenden voraus. 
Zum Polieren selbst bedient man sich eines Polierballens. 
Er wird gebildet, indem man einen kleinen Wolllappen zusam- 
menballt und in einen weichen Leinwandlappen einhüllt. Die 
überstehenden Enden des letztern bilden den GriH. 
Der Wolllappen wird Während des Polierens mit Politur 
getränkt, die um so mehr mit Spiritus verdünnt wird, je weiter das 
Geschäft vorschreitet. Die Flüssigkeit tritt beim Polieren durch 
die Leinwand hindurch. Der Ballen darf nie nafs, sondern nur 
feucht sein, weshalb das Tränken desselben mäfsig vorzunehmen 
lsf- Auf den zu polierenden Gegenstand werden einige Tropfen 
einer konzentrierten Lösung von Paraffin in Benzin (oder einige 
TmPfeIl gebleichtes Leinöl) aufgebracht und mit dem Polierballen 
Sanft verriebeii. Dieses Reiben geschieht bogenförmig ohne Ab- 
sätzen, mufs lange fortgesetzt werden und erlernt sich nur durch 
P 911g. Soll eine Unterbrechung eintreten behufs Tränkung des 
olierballens, so mufs die Bewegung am Ende des Gegenstandes 
aufhoren, damit keine Flecken entstehen. Während des Reibens 
entstehen wolkenartige Trübungen, die nach und nach ver- 
SChVSCIndPHY W111i! der nötige Glanz auftritt. Das Polieren wird 
gewßhnllßh dreimal vorgenommen. Zwischenhinein mufs der 
Gfigenstand Jeweils einige Tage trocknen. Das letzte Polieren, 
mlt Welchem der Hochglanz erreicht wird, endet schliefslich mit 
dem Arlfellchten des Ballens mit Spiritus ohne Politur. Schliefs- 
hch_ kann der GegellStand noch mit Puder eingestäubt und ab- 
gerieben werden. 
Wer das Polieren erlernen will, sehe dem Vorgang einmal 
auflllefkSam 111 und er wird mehr davon haben, als wenn er es 
nach der vorstehenden Ausführung versuchen Will-
        

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