Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen
Person:
Schubert von Soldern, Zdenko
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-554616
setzen 
und 
3.11 
der 
vierten 
Console 
erblickt 
1113,11 
ebenfalls 
einen mit seinem Werkzeug versehenen Arbeiter 
Stellung sich zur Arbeit anzuschicken. 
in sitzender 
Bei Kirchenbauten ist in sinniger Weise hauiig die 
geflügelte Engelsgestalt dazu ausersehen, der Idee nach 
eine Oonsole, auf welcher eine Heiligenfigur steht oder 
einen 'l"ragstein, auf welchem der Bogen aufruht, zu tragen. 
Gleichzeitig wird der Engel aber häuiig auch, um das Nütz- 
liche mit dem Schönen zu vereinen, dazu benutzt, um das 
Wappenschild des Patrones oder Erbauers der Kirche zu 
halten. (Fig. 49.) 
Ein-e äusserst charakteristische Durchbildung erhielten 
in der Gothik die Wasserspeier, ihre Thätigkeit ist eigentlich 
keine rein structive, sondern eine den Zweck des Objectes 
andeutende, dieser ist, Bauformen zu schaffen, welche das 
Regenwasser weit weg vom 
Analoges findet sich in der 
Baugrunde 
Natur nur 
ablaufen machen, 
beim menschlichen 
oder thierischen Organismus vor, welcher die Fähigkeit 
besitzt, in sich aufgenommenes Wasser auf gewisse Ent- 
fernungen auszuspeien. Denselben Gedanken hat bereits 
der antike Tempel aufzuweisen, die gothischen Baumeister 
aber wussten deiser Bauform eine originelle Gestalt zu 
geben, an welcher sie ungemein viel Witz und Humor an- 
zubringen verstanden, es sind stets fratzenhafte, in die 
Länge gezogene Gestalten, welche fast aussehliesslieh ihre 
Vorbilder an lebenden Wesen suchen. Nicht selten nimmt 
dann der Wasserspeier die Form eines Hahnes an (Fig. 50 a), 
oder diejenige eines Raubvogels mit ungewöhnlich aus- 
gedehntem Halse (Fig. 50), aber auch Katzen, Tiger 
oder Löwen werden hiezu verwendet, dann aber fratzen- 
haft gebildet mit langgestrecktem Körper, daneben werden 
aber auch menschliche Gestalten in carikierter Form häufig
        

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