Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen
Person:
Schubert von Soldern, Zdenko
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-554212
Griechenland. 
Die menschliche Gestalt sowohl, als auch die Thier- 
form wird in Griechenland in der monumentalen Architektur 
selten als structives Symbol verwendet, wo dies aber geschieht, 
zeigt sich der klare Sinn der griechischen Kunst in der 
richtigsten und schönsten Form; sie hatte aber, bevor sie 
zur hohen Vollendung kam, verschiedene Vorstufen zu durch- 
laufen; eine davon findet sich am Tempel zu Assos, bei 
welchem der gegen das griechische Wesen so sehr ver- 
stossende Fehler vorkommt, dass der structiv thätige Archi- 
trav mit friesartigen, iiguralen Darstellungen von gewöhn- 
lichen und Fischmenschen bedeckt ist, ein Verstoss, der 
jedenfalls noch auf das ungeklärte asiatische Bauprincip 
zurückzuführen ist, denn niemals und bei keinem anderen 
Stil findet sich der Hauptgrundsatz der Architektur so 
strenge befolgt wie in Griechenland, der da lautet: Structiv 
thätige Bautheile sind ausschliesslich bloss mit Ornamenten 
zu versehen, die eine structive Thätigkeit andeuten, während 
neutrale Felder bloss mit solchem Schmuck auszufüllen sind, 
der mit der Symbolisierung einer structiven Thatigkeit 
nichts zu thun hat. 
Was griechische Kunst zu leisten vermag und mit 
welch hoher Vollendung sie insbesondere den menschlichen 
Körper als structives Bauglied zu verwenden verstand, 
zeigen namentlich die Karyatiden der Vorhalle des Erech-
        

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