Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen
Person:
Schubert von Soldern, Zdenko
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-554061
aber in dieser Beziehung sehr bedeutende Stilfehler gemacht 
werden, liesse sich durch zahlreiche Beispiele erhärten; wir 
wollen hloss eines hier anführen. S0 sah der Schreiber dieses 
3.11 
einem 
modernen 
Hause 
einen 
Balkon 
V01] 
Panthern 
getragen, 
welche 
die 
Stelle 
der 
sonst 
üblichen 
Consolen 
einnahmen  diese Thiere aber waren im Sprunge dar- 
gestellt  dann muss offenbar in der Vorstellung des Be- 
schauers der Balkon mit fortgerissen werden und gehört 
nicht viel Phantasie dazu sich vorzustellen, die Panther 
sammt den Trümmern des Balkons auf dem Strassen- 
püaster liegen zu sehen. Solche Vorstellungen dürfen aber 
in dem gebildeten Beschauer niemals erzeugt werden und 
muss eine derartige Verwendung von animalischen Formen 
als ein grober Stilfehler bezeichnet werden. 
Ausserdem ist aber die structive Symbolik ganzer 
Thier- qder Menschenformen viel materieller und aufdring- 
licher, als dies bei jener der Püanzenformen der Fall ist, 
in Folge dessen müssen animalische Gestalten mit weit mehr 
Vorsicht 
behandelt 
werden. 
Bauformen, 
die 
mit 
den 
weit 
neutraleren Püanzenornamenten verziert 
erscheinen, 
werden 
sich niemals im vollen Umfange durch Thier- oder Menschen- 
gestalten ersetzen lassen. So würde es ohne Zweifel einen 
recht ungünstigen Eindruck machen, wollte man beim grie- 
chischen Tempel die Säulen der herumlaufenden Halle durch 
tragende Menschengestalten ersetzen, dies würde den Ein- 
druck einer militärischen Aufstellung hervorrufen, welcher 
weder vom schaffenden Künstler beabsichtigt sein kann, 
noch empfohlen werden dürfte. 
Ans dem bisher Gesagten geht hervor, dass sich die 
ganze thierische oder menschliche Gestalt im Allgemeinen 
nicht eignet als sfrnctives Glied in das starre System der 
monumentalen Architektur eingefügt zu zeerden.
        

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