Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen
Person:
Schubert von Soldern, Zdenko
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-554029
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zustellen, wenn es sich nur 11m eine Combination von zwei 
oder höchstens drei Theilen handelt. Als Beispiel mag 
wieder Fig. 1 dienen; diese stellt einen Tischfuss dar, 
welcher aus einer Zusammenstellung eines Löwenkopfes mit, 
einem Löwenfusse besteht und gewiss eine schöne Gesammt- 
form bildet. 
Weit sicherer aber wird es für den schaffenden Künstler 
immerhin sein, zu seinen Combinationen Theile von ver- 
schiedenen Thieren zu nehmen, umsomehr als er dann durch 
gar nichts gebunden ist, die verschiedenartigsten Thier- 
und Menschenformen zu einem Ganzen zu vereinigen, 
soferne dieselben nur im Stande sind eine entsprechende 
Lösung der structiven Aufgabe anzudeuten und zugleich 
eine dem Auge gefällige Combination zu bilden. 
Es erscheint daher in allen diesen Fällen am ange- 
messensten reine Gebilde der Phantasie zu construieren und 
anzuwenden. Wie schön und charakteristisch ist z. B. die 
Anordnung animalischer Formen an dem Fuss der römischen 
Wärmepfanne aus Pompeji, welcher in Fig. 5 abgebildet 
erscheint. Diese Combination hat zunächst eine Endjgung 
nach unten, diese wird angedeutet durch eine kräftige 
Löwentatze und da ein Theil des Beines vorhanden ist, 
wird zugleich dieser Theil als Stütze charakterisiert, während 
der obere Abschluss durch Anordnung eines Kopfes aus- 
gedrückt wird, wodurch zugleich auch die ganze Combina- 
tion zu einer selbständigen Form erhoben wird, die Flügel 
drücken ein Umfassen und Emporhalten der Pfanne in sehr 
schöner Weise aus, zugleich dienen sie aber auch dazu, den 
F uss mit der Pfanne zu verbinden, der Frauenoberleib aber 
erscheint einestheils nothwendig, da sich Flügel nicht gut 
anders als aus einem Leib hervorwachsend darstellen lassen, 
andererseits aber übernimmt derselbe auch mit seinem
        

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