Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen
Person:
Schubert von Soldern, Zdenko
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-555841
welche aber in der 
angewendet werden 
I-Iochrenaissance nicht sehr häufig 
und wo sie vorkommen, erscheinen 
sie 
einzeln 
oder 
Z ll 
zweien 
in 
ruhiger, 
mässig 
bewegter 
Stellung. 
Neben 
den 
ganzen 
menschlichen 
Gestalten 
ist 
65 
noch insbesondere der Thier- und Menschenkopf, der am 
häufigsten vorkommt; so findet man denselben nicht selten 
über einem Feston angebracht, um den hier entstandenen 
leeren Raum mit einem schönen Ornament auszufüllen 
und werden hiezu namentlich die Köpfe von Bachantinen, 
Satyren oder Löwen angewendet. (Vergleiche Fig. 137.) 
Bei kirchlichen Bauten ist es insbesondere der ge- 
fiügelte Engelskopf, der häufig an passender Stelle ange- 
bracht wird, zuweilen erscheinen viele dieser Köpfe so 
aneinandergereiht, dass sie einen fortlaufenden Fries 
bilden oder sich um einen Bogen her-umlegen, letztere 
Decoration war namentlich in der Frührenaissance sehr 
beliebt. 
Der 
Barockstil 
entstand 
allmählich 
3,118 
der 
Hoch- 
renaissaßnce 
und 
steht 
derselbe 
namentlich 
Zlll" 
Frührexlais- 
sance in starkem Gegensatze. Das zarte, vegetabilische 
Füllungsornament der Frühperiode tritt vollständig in 
Hintergrund, während menschliche und thierische Formen 
sehr 
sich 
für 
mit 
häufig angewendet werden und zwar entweder 
oder in Verbindung mit Piilanzengeranke oder 
Cartuschen 
und 
Emblemen. 
In 
Verbindung 
mit 
vegetabili- 
sehen 
Bbrxnen 
erscheinen 
die 
animalischen 
Elemente 
fast 
früheren 
im allge- 
stets chimärisch gebildet, während aber in den 
Perioden der Renaissance die chimärischen Formen 
meinen der Natur nachgebildet wurden, zeigt sich in der 
Barockzeit ein Bestreben, sich von dem Einfachen und N atür- 
lichen zu entfernen, wodurch alle Thier- und lNIensc-henfomnen
        

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