Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen
Person:
Schubert von Soldern, Zdenko
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-555619
reiche plastische Decoration, diese besteht aus iiguralen 
Compositionen, welche zumeist in mehreren Zonen die 
Geschichte des Kirchenheiligen oder Episoden aus dem 
Leben Jesu oder der hl. Maria darstellen. (Fig. 121.) Diese 
so gebildete Thüre erhält gegen die Wand zu eine gross- 
artige Einrahmung, bestehend aus vielen Säulchen und 
gothischen Bögen, die sich in die Dicke der Mauer legen, 
letztere werden aus mehreren Reihen tiefer Hohlkehlen 
und Rundstäben mit einigen vermittelnden Gliedern ge- 
bildet und sind es insbesondere diese Hohlkehlen, die den 
reichsten {iguralen Schmuck aufzuweisen haben, die An- 
ordnung derselben ist eine sehr verschiedene, meist werden 
die Heiligenfiguren in ganzer oder halber Gestalt mit 
Postament und Baldachin versehen in der Weise in die 
Hohlkehle eingelegt, dass die Figuren der Linie des 
Bogens folgen, bis sie an der Bogenspitze nahezu mit den 
Köpfen an einander stossen (Fig. 121), in einzelnen Fallen, 
namentlich bei romanischen Portalen pflegte man wiederum 
die Heiligenfiguren radial anzuordnen, wobei diejenigen, die 
an den oberen Theil des Bogens zu stehen kamen, die 
beste Lage erhielten,  während diejenigen, die sich am 
Bogenanfang befanden, in Ewigkeit dazu verurtheilt waren, 
in der scheinbar unbehaglichsten, liegenden Stellung ihre 
Pflichten als Ornament zu erfüllen. (Fig. 122.) Wir haben 
mit 
Absicht 
diese 
beiden 
mittelalterlichen 
Anordnungs- 
weisen von Figuren zusammengestellt, um zu zeigen, wie 
vorsichtig man mit der Verwendung von menschlichen 
Figuren sein sollte. es scheint uns, dass es sich aufs alle 
Fälle ziemen würde, einer Heiligeniigur, bei deren Auf- 
Stellung man doch die Person des Heiligen ehren will, 
einen würdigen und passenden Platz anzuweisen, dazu 
gehören aber insbesondere die neutralen Felder, jedenfalls 
Schubert: Stilisieren der Thier- und Menschenformen. 12
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.