Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen
Person:
Schubert von Soldern, Zdenko
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-555481
. Neben dieser rein ornamentalen Behandlung der 
menschlichen Figur kommen aber auch auf denselben 
Wandflächen Pompejfs und Romis historische oder genrehafte 
Compositionevz vor, deren Gegenstand vorwiegend mytho- 
logischen Inhaltes ist, bei diesen schweben die einzelnen 
Figuren nicht mehr auf der Wandfiäche, ihre Füsse 
ruhen vielmehr auf einem Erdboden, dabei ist das Ganze 
durch einen ornamentalen Rahmen scharf von seiner Um- 
gebung getrennt. Auffallend ist bei diesen Gemälden 
namentlich der Umstand, dass die Composition der Figuren 
sehr häufig eine ungemein gefällige und geschickte ist, 
welche die Phantasie eines Meisters ersten Ranges verräth, 
während die Ausführung sehr häufig flüchtig und unbeholfen 
erscheint, dann haben wir es offenbar mit einer schlechten 
Oopie eines vortreiilichen Bildes zu thun. Die Entstehung 
dieser Decorationsweise scheint aus der Zeit zu stammen, 
als die Römer nach fernen Ländern, namentlich aber nach 
Griechenland Eroberungszüge unternahmen, dort alles Kost- 
bare, insbesondere auch die so sehr geschätzten Tafelbilder 
nach Rom brachten und dieselben, da ihnen die Einrichtung 
der Museen fremd war, in eine passende Wandfläche der 
Häuser der einflussreichen Persönlichkeiten einliessen, dies 
wurde bald Mode, da aber nicht Jedermann in der Lage 
war sich griechische Originalgemälde zu verschaffen, so 
half man sich damit, Copien dieser Bilder auf die Wand 
zu malen und so mag diese Decorationsweise entstanden 
sein. Während man nun in Rom gute Originale und gute 
Copien besass, mussten sich die Bewohner der Provinzstadt 
Pompeji mit Schlechterem begnügen, wie dies manche Wand- 
gemälde zeigen, wenn man auch an denselben die guten 
Vorbilder erkennen kann.
        

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