Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen
Person:
Schubert von Soldern, Zdenko
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-555452
die sich dem süssen Nichtsthun ergeben oder mit Emsigkeit 
einer tändelnden Beschäftigung obliegen, so gewahrt man auf 
dem prächtigen Mischkessel des Hildesheimer Silberfundes 
(Fig. 108), wie sich Kindergestalten mit dem Krebsfang 
beschäftigen und dabei die anmuthigsten Stellungen an- 
nehmen. 
'I'hierische 
und 
menschliche 
Formen 
finden 
sich 
häufig als Beiwerk der römischen Scheinarchitektur angebracht. 
Auf pompejanischen Wandmalereien sieht man nicht selten 
'l'ritonen, Sphinxe, Delphine, Schwäne, Greifen u. s. w., die 
entweder in selbständiger Weise zur Belebung der Giebel, 
Festons oder der Hallen dienen oder auch eine spielend 
structive Thätigkeit annehmen, zuweilen sind es Seepferdchen 
oder Delphine, die ein Consolengesimse tragen helfen, oder 
chimärisch gebildete Frauengestalten, welche die Ecken 
der Giebel schmücken, oder Flöte blasende Faune, die 
auf einer Stange tanzen oder thierische oder menschliche 
Gebilde, die in den Öffnungen der Sockel hocken oder 
verschiedenartig gestaltete Thiere, welche in spielender 
Weise den Ausgangspunkt eines Ornamentes bilden (Fig. 109), 
oder es sind Frauengestalten, welche plaudernd auf Balkonen 
stehend dargestellt werden oder ganze Gruppen von Figuren, 
welche die Gesimse zu beleben haben, kurzum es herrscht 
in der römischen Wandmalerei die grösste Mannigfaltigkeit 
in Verwendung des menschlichen und animalischen Elementes. 
4. Doch nicht nur als ornamentales Beiwerk, sondern 
auch als Mittelpunkt der Beziehungen werden in der p0mpeja- 
nischen Wandmalerei, sowohl die menschliche als auch die 
thierische Gestalt in der Art angewendet, dass dieselben 
schwebend auf einem kräftig gefärbten Grunde die Ein- 
tönigkeit eines grösseren Feldes unterbrechen. Diese Figuren 
sind meist einzeln, selten zu zweien angeordnet, am 
Schubert: Stilisieren der Thier- und Menschanformen. n
        

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