Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen
Person:
Schubert von Soldern, Zdenko
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-555393
eine Nachbildung derselbenfk) (Fig. 103.) Entspreclmend 
diesen Ahnenbilder11 wurden dann Büsten in Marmor oder 
Bronce verfertigt und zeigen die römischen Museen eine 
grosse Anzahl solcher Portraitbüsten, insbesonders die der 
Kaiser. 
In Reliefs wurden gerne über einem an zwei Punkten 
aufgehängten Feston der Kopf eines Satyr oder einer 
Bacchantine angebracht, wohl lediglich zu dem Zweck, den 
leeren Raum in gefälliger Weise auszufüllen, oder er stand 
ausserdem noch in näherer Beziehung zu dem in dem 
Bauwerke verehrten Gotte. 
Einen sehr beliebten Schmuck bildeten auch die 
nackten Stierschädel in Verbindung mit Blumengewindeir 
und Festons, häuiig auch in Metopen befindlich, offenbar 
rührt diese Decorationsweise von dem Gebrauche her, 
Opferthiere zu bekränzen und wahrscheinlich auch nach 
dem Opfer die Stierschadel mit Laubwerk zu mnwinden und 
zur provisorischen Decoration von mit dem Opfer in Ver- 
bindung stehenden Räumen oder Gegenständen zu ver- 
wenden. In vielen Fällen wurde der Stierkopf auch noch 
mit Haut, Haaren und Hörnern belassen, so sehen wir 
es namentlich am Fries des Vestatempels zu Tivoli. 
(Fig. 98.) 
Ausserdem ist es die komische und tragische 'l'heater- 
maske, die gerne als Ornament verwendet wurde, entweder 
als loseDecoration oder als Markierung der Ecken, nament- 
lich bei Sarkophagen (vergleiche Fig. 101). oder auch an 
Gebäudetheilen. Unter den Darstellungen des menschlichen 
Kopfes ist das Medusenhaupt von höchstem Interesse. Die 
römische Medusa ist keine hässliche Fratze mehr. wie der 
altgriechische Kopf  sie ist ein Schönheitsideal, tadellos 
Benndorf 
Schöne, 
und 
Lateran. 
209.
        

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