Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen
Person:
Schubert von Soldern, Zdenko
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-555164
Löwen zwischen einer Säule stehend, abgebildet vor, dieses 
soll in der naiven Symbolik jener Zeit offenbar andeuten, 
dass zwei Löwen den Königspalast zu Mykenae, der durch 
eine Säule repräsentiert ist, bewachen. Ähnliches haben 
wir auch an den Palastportalen Assyriens gefunden, welche 
von fabelhaften Thierungeheuern beschützt wurden. Häufig 
wird auch der Löwe als Wächter an Grabinonumenten 
verwendet, so befanden sich am Mausoleum zu Halikarnass 
zwanzig Löwen vor den jonischen Säulen angebracht und 
ausserdem bewachten noch zwei den Eingang zum Grabes- 
innern. Auf dem Grabmal des Leonidas war ein Löwe 
angebracht  desgleichen errichteten die Thebaner  
nach der verhängnisvollen Schlacht von Chäroneia über 
dem Grabe der gefallenen Helden einen colossalen mar- 
mornen Löwen. Hier sehen wir den Löwen in einer anderen 
Eigenschaft auftreten und zwar nicht mehr als Wächter. 
sondern als Sinnbild des löwenhaften Heldenmuthes. 
Auf Reliefdarstellungen findet man nicht selten die 
Götter in Verbindung gebracht mit dem Löwen, dann aber 
erscheinen sie durch den göttlichen Einfluss gezähmt, 
Herkules als Halbgott hat es noch mit der ganzen Kraft 
des nemeischen Löwen zu thun gehabt, am Fries des 
Lysikrates-Monumentes zu Athen aber finden wir bereits 
einen jungen Bacchus mit einem Löwen unbesorgt spielen. 
Auf der Gemme des Protarchas zu Florenz sitzt ein Eros 
auf einem ruhig daherschreitenden Löwen, den er durch 
sein Spielen auf der Leier gebändigetf) 
Neben den Löwen ist es aber auch das feurige Boss, das 
in Griechenland in nähere Beziehung zur Architektur tritt und 
Vergleiche den Aufsatz von Constantin 
in der Kunst." Gewerbehalle 1872. 
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