Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen
Person:
Schubert von Soldern, Zdenko
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553881
hieher passendes Beispiel wollen wir die sogenannten Karya- 
tiden anführen (Vergl. Fig. 14), es sind dies B'rauen-. 
gestalten, die durch Vermittlung eines bolsterartigen Zwischen- 
stückes meist leichtere Architekturtheile auf ihrem Haupte 
tragen  ihre gedachte Thätigkeit ist eine eminent structive 
und können die Kary atiden als Structur-Symbole im weiteren 
Sinne gelten. 
Zu bemerken wäre hier noch, dass sowohl Zweck- 
symbol als Structursymbole sich auf innere Functionen des 
Bauwerkes beziehen, eine grosse Verwandtschaft zu einander 
besitzen und in manchen Fällen schwer aus einander zu 
halten sind, weshalb ich in diesem Werke beide unter den 
allgemeinen Namen structive Ornamente eingereiht habe. 
3. Kann ein Ornament Beziehungen andeuten, die 
ausserhalb des Bauwerkes liegen, dazu gehören insbeson- 
dere alle Abbildungen, Attribute und Embleme, die sich 
auf die im 'l'empel verehrte Gottheit beziehen, oder auf den 
Herrscher des Landes, unter dessen Mitwirkung der Bau 
entstanden, oder auf den Erbauer oder Gründer des Denk- 
mals niedrigeren Standes. Derartige Symbole werden ten- 
denziöse Symbole genannt und kommen dieselben namentlich 
in den vorgriechischen Stilarten sehr häufig vor. Die ge- 
eignetesten Orte zur Anbringung dieser _Symb0le sind 
namentlich die neutralen Felder, während es im Allge- 
meinen sehr zu vermeiden sein wird, structive Bautheile 
durch tendenziöse Symbole schmücken zu wollen. 
Als ein Beispiel mag die Lyra gelten (Vergl. Fig. 81), 
die häufig auf Friesen von Tempeln wiedergegeben erscheint, 
deren Darstellungen dem gesangskundigen Gotte Apollo 
gewidmet sind, an anderen Orten sieht man wieder eine 
Eule abgebildet, diese steht in engeren Beziehungen zur 
Stadt Athen und ihrer Schutzgöttin Pallas Athene. Im
        

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