Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen
Person:
Schubert von Soldern, Zdenko
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-553502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-554871
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fundamentales Weltgesetz, welches sich mit derselben Un- 
erbittlichkeit auch auf die menschlichen Kunstwerke er- 
streckt. Aus dem chaotischen Nebel haben sich durch 
Anziehung der Elemente im Laufe der Zeit Welten ge- 
bildet, welche ohne Zweifel einmal ihren vollständigen 
Untergang finden werden, mn wieder als neue Weltkörper 
in verjüngter Form den Weltenkreislauf zu beginnen. 
Ebenso sind die Kunstformen aus einem chaotischen Urzopf 
entstanden und zwar durch Läuterung der Formen und 
Ausscheiden des Unnöthigen und Unpassenden, bis 
schliesslich die reine schöne Form daraus entstand  
aber auch die konnte nicht ihre Macht für immer behaupten, 
bald begann sie das Natürliche abzustreifen, ihre Einfach- 
heit und Klarheit einzubüssen und sich dem chaotischen, 
Urzopf wieder zu nähern. Zopf ist aber nicht allein die 
charakteristische Stilform der späten Renaissancezeit, es hat 
fast eine jede grössere Stilperiode, gegen ihr Ende zu, 
eine gewisse Ausartung aufzuweisen, die mit vollem Rechte 
als Zopf zu bezeichnen ist, so kann sich beispielsweise die 
römische Kunst eines ausgesprochenen Zopfes in ihrer 
Spätzeit rühmen. 
Neben der menschlichen Figur sind es aber auch 
Thiergestalten, welche häufig in ähnlicher Weise Ver- 
wendung finden wie die Statue. Diese Thierstatuen, wenn 
man dieselben so nennen darf, nehmen entweder die natür- 
liche Gestalt der Thiere an oder sie sind reine Phantasie- 
gebilde, welche sich jede Stilart eigenartig zu bilden wusste. 
Ausser den freistehenden Statuen, die in einem 
loseren Zusammenhange mit der Architektur stehen, werden 
wir aber auch die decorative Ausfüllung der neutralen 
Felder besprechen müssen. Hier ist es aber die ganze 
menschliche Gestalt, welche die bedeutendste Rolle spielt,
        

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