Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-789233
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Griechifche Baukunßz. 
paläfte zeigten, fo bewahrt auch in der fpäteren Zeit das Privathaus der Alten 
jene Eintheilung in einen vorderen Theil, die Männerwohnung, und einen hintern 
Theil, die Frauenwohnung. Beide {ind mit einander durch einen Flur ver- 
bunden, beide reihen ihre Gemächer um einen offenen Hof mit einem Säulen- 
periflyl, von welchem die Zimmer durch die nur mit Vorhängen verfchließbaren 
Thürößnuilgen ihr Licht empfangen. . 
Der 
dorische 
Styl. 
Ernß; und würdig wie der Charakter des Volksflammes, der ihn hervorge- 
bracht, ift das Wefen des dorifchen Styles. Von der oberlten Stufe des Unter- 
fatzes (Fig. 105) Reigen in dichtgedrängten Reihen, mit einem Abftand (Interco- 
lumnium) von [V4 bis  unterem Durchmeilerä), die mächtigen iSäulen auf. 
Keine Balis bildet einen vermittelnden Uebergang. Ein aus dünnen Platten dicht 
gefugter Plinthus (der Stylobat) dient ihnen als gemeinfamer Fuß. Den runden 
Schaft bedecken die Canellirungen. Dies lind 20 (bisweilen nur 113 oder 18) 
flache Kanäle, Vertiefungen, welche, mit den Kanten in einen fcharfen Steg an 
einander Itoßend, parallel emporfteigen. (Fig. 106). Aber 
 nicht ganz fcheitrecht erhebt {ich die Säule. Vielmehr 
 gehallt her bis Rauättlällgefaltil eindläzttlgl  Hi: ihren 
  urc me er, re ann  er, jc ga er wcni lLiC, um 
 5x- 10 dichter und gefchloifenei empor, 10 daß fie ihre (Jrund- 
1,-ig_ 106. Durchmmht der Häche allmählich  etwa um ein Sechflel des unteren Durch- 
Mmche" 5mm metlers  verringert: Iie bildet eine Verjüngung. Da 
aber das untere Drittel der Säule von diefer Verjüngung ausgefchloiicn ift, fo ent- 
fieht eine fcheinbare Anfchivellung, die Entafis. Die Höhe des ganzen Schaftes 
beträgt einfchließlich des Kapitals an den Monumenten der beflen Zeit etwa Sljz 
(vgl. ITig. 107 bei b), an alterthümlichen oder provinziellen li)enkmälern oft weniger, 
ja fclbfi nur 4. (Fig. 107 bei c), an fpätern Bauten oft mehr als 6 untere Durch- 
meiler (Fig. 107 bei a). 
Dicht unter dem oberen Ende zieht {ich ein feiner Einfchnitt (Fig. 108) rings- 
um, von wo aus man bis zum Kapitäl den llals der Säule rechnet. Diefer ent- 
ftand aus der Confiruktion der Säule. Denn da man während der Errichtung 
des Oberbaues die unteren Theile nothwendig verletzt haben würde, fo fügte 
man die einzelnen Steintrommeln, aus denen der Säulenfchaft beftand, uncailel- 
lirt zufammen, wie man iie noch an manchen Denkmälern Iieht, und führte nur 
an dem oberen, mit dem Kapitäl aus einem Block gearbeiteten Stücke. die Ca- 
ilelluren aus, die dann für die Vollendung der übrigen Theile als Richtfchnur 
dienten. An manchen Denkmälern wurde jener Einfchnitt, der urfprünglich eine 
rein conilrtlctivc Bedeutung hat, rein dekorativ mehrmals wiederholt wie bei 
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Grw 
Man pfiegt bei Meffungen antiker Gebäude den Modul, d 
mde zu legen, der dann in 30 Theile (Parius) zerfällt. 
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h. die Hälfte des unteren Säulcndurchmef
        

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