Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-789113
Pforte. (Fig. 77.) Der Rahmen, deifen Details Hg. 78 anfchaulich macht, hat die 
einfte Abftufung der Gliederung und ift auf feinem flachen Rande mit fchönen 
Rofetten gefchmückt. Anllatt der Ohren {ind aber zu beiden Seiten elegante Con- 
folen angebracht, welche das mit Blumen bekleidete Krönungsgelims tragen. Diefe 
Thüren waren bei den Tempeln von geringerer Ausdehnung zugleich für die 
Erleuchtung genügend. Um den Zugang nicht zu verbergen, mußte die Anzahl 
der Säulen an den Schmalfeiten eine gerade fein. 
Verfolgen wir nun den Aufbau des Tempels. Die Säulen belieben aus 
Bafis, Schaft und Kapitäl. Durch die Baiis (den Fuß) lind fie mit dem Fuß- 
boden verbunden; der Schaft (Stamm) bildet das vorwiegende, die Funktion des 
Stützens erfüllende Glied; das Kapitäl nimmt das Gebälk auf. Diefes befteht 
zunächft aus dem Architrav (Epiflylion), mächtigen Steinbalken, die von einer 
Kapitälmitte zur anderen reichen. Auf dem Epiflyl ruht der Fries, deifen 
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Fig. 79, B0 und 81. Akroterien. 
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Vorderfläche mit Bildwerken in Relief gefchmückt wurde und daher bei den 
Alten Zophoros (Bildträger) hieß. Diefer trägt nach außen die weit vertretende 
Platte des Hau ptgefim fes oder Geifon, nach innen die Steinbalken der Hallen- 
decke. Das Gefims, das auf den Langfeiten die horizontale Dachtraufe bildet, 
trägt an den Schmalfeiten ein anderes Gefims von derfelben Geflalt, giebelartig 
auffteigend und ein dreieckiges Feld (Tympanon) einfchließend, welches durch 
hineingeftellte Bildfättlen bedeutfamen Schmuck erhält. (Fig. 69.) Auf dem Gipfel 
des Dachgefimfes wird eine Steinplatte (Plinthus) angebracht, welche eine Giebel- 
blume (Akroterion) trägt. Aehnliche Platten belaiten, um dem Schub des Dach- 
gefimfes entgegen zu wirken, die unteren Enden deffelben und nehmen hier 
eine halbirte Palmette auf. Fig. 79 giebt die AnGcht einer Mittelakroterie, 
Fig. 80 die vordere Seite und Fig. 81 die Seitenanficht einer Eckakroterie. 
Anllatt diefer werden bei manchen Tempeln oft Statuen oder andere religiöfe 
Symbole (Dreifüße und dergl.) aufgehellt. Das Gefims wird durch einen aus- 
gehöhlten Rinnleiften (die Simafbekrönt, der, über der DachHäche hervor- 
ragend, das Regenwaffei" fammelt und durch die auf den Ecken und an den
        

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