Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-789019
als Umgang {ich fortfetzen. 
auch find die Pfeiler unter 
fchiffe 
decke, 
haben die gewöhnliche flache Fels- 
durch ein Gebälk verbunden, abcl 
Letztere 
einander 
das Ivlittelfchiß ifl: nach Art eines Tonnengewölbes überhöht, welches bisweilen 
{ich derF0rm des Spitzbogens und des Hufeifenbogens nähern foll. Dem entfprechend 
ift die Halbkreisnifche mit einer halben Kuppel bedeckt, unter welcher die ko- 
loifale Gefialt des Buddha fitzt. Sie thront in der Nifche eines cylinderförmigcn 
Körpers, des Dagop, auf welchem {ich eine in Form einer ricfigen Zwiebel zu- 
fammengedrückte Kugel erhebt. 
Solche buddhißifche Tempel linden {ich unter den Grotten von Ellora, wo 
namentlich der naclt dem WiSuYaIaarma benannte hierher gehört (Fig. 66). So- 
dann {ind die Tenupel der Infel Salfette und die Grotten von Karli zu nennen. 
Durch mannigfaltigere, complicirtere Gefialt, befonders aber durch reichere 
plaßifche Ausfiattung tinterfcheiden {ich die brah manifchen Grotten von den 
buddhifiifchen. Man erkennt an ihnen leicht das Beflreben, jene einfacheren, 
zum Theil älteren WVerke an Opulenz und Pracht zu überbieten. 
Die meifien und bedeutendllen Grottentempel finden. {ich in dem nördlichen 
Felfenltamme des Ghat-Gebirges, das die Halbinfel Dekan begrenzt, fowie auf den 
Infeln Elephanta und Salfette, größtentheils nicht weit von Bombay entfernt. 
Unter ihnen liehen an Umfang und Ausbildung die Werke, welche nach dem 
benachbarten Dorfe Ellora den Namen führen, obenan. Dort bildet der Rücken 
des Granitgebirges einen Halbkreis von bedeutender Ausdehnung. Diefe unge- 
heuren Fclsmaffen, die den Umfang einer ganzen Stadt einnehmen, lind durch- 
weg ausgehöhlt, fo daß lie, manchmal in mehreren Stockwerken über einander, 
eine Reihe von Tempeln bilden. Oft ift die obere Felsmaffe ganz fortgearbeitet, 
fo daß der aus dem Berge herausgehauene Tempel als frei liegendes Bauwerk 
zu Tage tritt, während er zugleich durch feine mit reichem Schmuck bedeckte 
Eingangshalle nach Außen fich öffnet. Zur Stütze diefer gewaltigen Grotten, die 
überwiegend Hache Decken haben, hat man Reihen von Pfeilern oder Säulen 
ftehen laffen, die in mannigfaltiger YVeife gegliedert und mit phantaftifchen Or- 
namenten bedeckt lind. 
Faßt man diefe impofante Architekturgrtlppe in's Auge und erwägt, daß das 
Ganze durch Menfchenhände aus dem Felfen, und zwar dem härteflen Granit- 
ftein, herausgemeißelt worden ifl, fo rnuß die Ungeheuerlichkeit der Arbeit wohl 
in Staunen Fetzen. Nun bedenke man aber, daß diefe Gebirgsmailen nicht etwa 
roh aus dem Naturgeltein herausgehauen, fondern in allen Theilen, mag man 
die umgebenden Felswände mit ihren vertretenden Pfeilerarkaden, oder die Außen- 
Hächen der Eingangsgrotte des Haupttempels und der Nebenanlagen, oder das 
Innere fämmtlicher Räume betrachten, mit Bildwerken, Reliefs, unzähligen Thier- 
und Menfchenfiguren, wunderlichen Schnörkeln aller Art überdeckt find; daß die 
meifterhafte Feinheit und Sorgfalt diefer bis in's Kleinfle ausgearbeiteten Details 
in einem feltfamen Contrafle zu der Maifenhaftiglaeit der ganzen Anlage fleht. 
Da lind hundertfach wiederholte Götzenbilder oder Reihen von Löwen und Ele-
        

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