Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-788947
gende Eingang dadurch verdeckt wird. An andern Werken diefer Gattung ha 
man fowohl in den Sculpturen wie in den architektonifchen Details Anklänge a1 
perfifche Kunftformen wahrgenommen. 
Die Frage nach dem Alter der kleinaliatifchen Monumente kann, fo langt 
die Infchriften derfelben noch unentzifTert bleiben, nur annäherungsweife, zumeif 
aus dem Charakter der Bildwerke, beantwortet werden. Die primitiven Grab 
hügel Lydiens mögen leicht bis zu den Zeiten des Gyges (circa 700 v. Chr. 
und Alyattes (620-593) hinaufreichen. Darauf folgen, wohl noch dem fechüei 
Jahrh. angehörig, die phrygifchen Grabmäler, die durch ihre naive Behandlungs 
weife jedenfalls ein höheres Alter beanfpruchen dürfen, als die ohne Zweifel erf 
dem fünften, vierten und dritten Jahrh. zuzufchreibenden lycifchen Werke. Da 
rauf dringen die Formen der feiner ausgebildeten hellenifchen Kunlt mehr um 
mehr in die Bauweife Kleinafiens ein und löfen die tirfprüngliche Befonderhei 
des nationalen Styles um fo leichter auf, als derfelbe aus eigener fchöpferifche 
Kraft ohnehin nicht zur confequenten Ausprägung eines in und aus dem Stein 
material erdachten baulichen Organismus gelangt zu fein fcheint. 
FÜNFTES 
KAPITEL. 
In 
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Bauku 
Ein tiefgeheimnißwrolles, durch Wunderfagen genährtes InterelTe richtete fchol 
feit den Zeiten Alexanders die Sehnfucht der weltlichen Völker nach dem fernei 
indifchen Ollen hin. Die moderne Wiifenfchaft hat diefes Intereife nicht min 
dcrn können, denn was Iie crforfcht und ergründet hat, weicht an überwältigen 
dem Zauber in keiner NVcife den Dichtungen jener Märchen. Wir finden dor 
ein Land, das die tippigfle Natur mit verfchwenderifchen Gaben überfchüttet. V01 
den beiden Riefenftrömen Brahmaputra und Indus begrenzt, zu welchen als dritter 
mittlerer der Ganges tritt, dacht fich das Land terraffenartig vom höchften Ge 
birgsftock der Erde, dem Himalaya, bis zu den flachen Stromufern und Meeres 
külten ab. Auf diefem Terrain finden {ich die Klimate aller Zonen, von den 
heißeflen der Tropen bis zur Region ewigen Schnees und Eifes; neben einandei 
Die Producte der verfchiedenften Zonen begegnen {ich auf demfelben Boden de 
fruchtbar-Ren Stromlandes, welches, unterftützt von der brütenden Hitze der tro 
pifchen Sonne, ihnen eine fo erllatlnliche Ueppigkeit des YVachsthurns verleih1 
daß von allen Culturpüanzen zweimalige Jahresernten erzielt werden. Kein Wun
        

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