Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-788854
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Perüfche 
Baukunft. 
hat neuerdings der franzöflfche Conful Place zu Khorfabad gewölbte Portale 
entdeckt, deren Bogen durch blau glafirte Ziegel mit gelben Thier- und Menfchen- 
figuren einen reichen Schmuck erhalten. 
DRITTES 
KAPITEL. 
Persische 
Baukunst 
Schreiten wir mit unferer Betrachtung weiter nach Oftcn vor, fo treffen wir 
ein Land, das, vom Indus bis an den Tigris reichend, die Völkerfiämme der 
Baktrer, Meder und Perfer umfaßt, die den Gefamnitriameii Arier führten, heute 
unter der Bezeichnung des Zendvolkes bekannt. Es war dies ein für lieh ge- 
fchloffener, durch hefondere Sprache und Cultur von den Naehbarvölltern unter- 
fchiedener Stamm, bei dem wir auch eine in vieler Hinlicht eigenthümliche Bau- 
kunfl antreffen. Jene drei Völker trugen gleichmäßig zu der Culturentwicklung 
bei, welche ihren Höhepunkt zuletzt im perlifchen Reiche thnd. 
Uralt erfcheint auch bei den Perfern die erfte Cultur. Sie hat {ich in dem 
Rcligionsfyflcmc Zoroaficrs ausgeprägt, deiYcn Ausdruck die alten heiligen Bücher 
der Zcnd-Avcfla Gnd. Nach ihnen wurde ein uncrfcliafYcncs All, Zcruanc-Akcrcnc, 
gedacht, aus welchem Ormuzd, der läeherrfcher des Lichtreiches, und Ahriman, 
der Gott der Finfierniß, herxrorgingen. Der Kunll freilich war die weniger poetifch- 
phantalievolle, als verllündig-lclare Anfchatiung der Perfer minder günllig. Denn 
auch hier blieb nur der Herrfcherpalall als Motiv für die Entwicklung der Bau- 
kunft übrig, und allerdings bezeugen die Ueberrclle des Landes, daß die mit 
dem Pomp eines glänzenden Ceremoniells auftretende königliche Macht auch in 
der Architektur eine würdige Ausprägung gefunden hat. 
Manches berichten uns davon die alten Schriftlleller. So zeichnete {ich 
Ekbatana, die Refidenz des medifchen Reiches, bereits im Anfange der Meder- 
herrfchaft durch einen königlichen Palafl von hefonderer Pracht aus. Die Säulen, 
das Gebälk und die Täfelungen der Wände waren von Cedern- und CyprefTen- 
holz, mit Platten von Gold und Silber kollbztr überzogen. Aus diefer be- 
merkenswerthen Angabe dürfen wir vielleicht einen neuen Beleg für die Ver- 
muthung fchöpfen, daß auch Affyriens Palallbauten ähnlich ausgeftattet waren, 
wie denn die in lieben Abfätzen auffleigende Burg von Ekbatana an jene 
terraflenförmigeil Bauwerke Babylons erinnert. Die Zinnen der Gefchofle, fo 
wird erzählt, glänzten in verfchiedenen Farben, die beiden letzten gar von 
Silber und Gold. Selbfl die Dachziegel feien aus diefen Prachtmetallen gefertigt 
gcwcfcn.
        

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