Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-788843
wandtfchaft mit griechifchen Ornamenten. Wir geben von einer Platte des Fuß- 
bodens im Palali zu Kujjundfchik ein Stück (Fig. 53), an welchem befonders die 
Anwendung und Verbindung geöffneter und gefchloifener Lotosblumen von höchü 
eleganter Wirkung ift. 
Bemerkenswerth in hohem Grade erfcheint, daß das wichtiglle Element jedes 
Bauftyles, die Art der Raumbedeckung, an allen babylonifchen Werken nicht 
mehr zu erkennen ifi. Auf geradeßteindeclten war das Llnfolid aufgeführte 
Füllwerk der Wände wohl nicht eingerichtet. Dagegen lüßt {ich eine Anwendung 
des Gewölbebaues und zwar fowohl der Tonnenwölbuiug als der Kuppeln nach Place's 
Unterfuchungen nicht läugnen. Außerdem waren hölzerne Decken und Dächer im Ge- 
brauch, entweder von Säulen deffelben Materials getragen, welche die Prachtliebe der 
Babylonier wahrfcheinlich mit metallener 
Zierde umkleidete, oder auch, was bei  
der oben erwähnten geringen Breite der x n" ll Mik? Ja? f 
Säle wahrfcheinlich wird, ohne folche l:'l {in   f. T 
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Unterilützung auf den Mauern ruhend. ' 4' ' Alf wlllil  
Dies läßt {ich nicht allein aus manchen       
Nachricht der Alten, fowie aus der Be- "Riff,  ,[IÄ4"N  
fchalfenheit der Ruinen, fondern auch j" Wl 1.  i;  
aus den bei den anderen vorderafiati-  i, leg  
fchen Völkern, den Ifraeliten und Phöni- x Qf I,  v-e. I?  
ziern, vorkommenden Beifpielen erklären. j  i,"  ii f  'I 
Es unterliegt keinem Zweifel, daß diefe i"  
in ihren baulichen Unternehmungen am 1.3„ s, Säu1enga;e„e_ Reue,- Zu  
meiden mit den Babylonier-n verwandt 
waren. Im Uebrigen ift die ganze Einrichtung und Benutzung jener umfang- 
reichen Bauten noch immer in Dunkel gehüllt. Was die Beleuchtungsart be- 
trifft, fo läßt {ich aus gewilfen Darftellungen in den Reliefs abnehmen, daß 
diefe Räume durch ein oben einfallendes Seitenliclmt erhellt wurden. Mehrere 
Abbildungen von Gebäuden zeigen nämlich dicht unter dem Dache Galerien 
mit Säulen. Auch laffen {ich dabei mehrflöckige Anlagen deutlich erkennen, 
jedoch fo, daß die Gefcholfe in {tufenförmigen Abtätzen über einander auffteigeiu. 
Die Form der Säulen an diefen Galerien ifl außerdem fehr merkwürdig (Fig.  
weil mit Beßimmtheit am Kapitäl doppelte Voluten vorkommen, eine Bildungs- 
weife, die anderwärts in der griechifchen Kunß; zu fo edlen Geüaltungen führen 
follte. Die Bekrönung der Gebäude mit zaekenförmigen Zinnen erfcheint 
ebenfalls als eine allgemein beliebte. Noch ein auffallender Umßand tritt an den 
Reliefdarftelltlngen von feflungsartigen Gebäuden darin hervor, daß die Portale 
meiüens im Rundbogen gefehloffen find. Falls hier nicht etwa fremde, feind- 
liche Feßungen dargeftellt werden, liegt es um fo näher, an wirkliche Wölbungen 
zu denken, als man mehrfach in den aflyrifchen Bauten, fo in der Stufenpyramide 
beim Nordweßpalaü, Ziegelwölbungen aus jener Zeit entdeckt hat. Außerdem
        

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