Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-791657
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Italien. 
{tens durch offene Bogenhallen auf Pfeilern gebildet, wodurch die Straßen bei- 
derfeits eine Reihe von Arkaden erhalten. Die Pfeiler lind, wie Fig. 4,36 zeigt, 
noch in mittelalterlicher Weife gebildet, die Bogen mit Ornamentbändem einge- 
faßt, die Fenller des Hauptgefchofles rundbogig, mit Theiluilgsfäulcheil, von Pi- 
laßern und fchmuckreichen Archivolten umfchloffen, die Gelimfe den antiken 
Formen nachgebildet, mit glücklicher Umgeflaltuimg und Anbequemung an die 
Erforderniffe des gebrannten Steines. Da dies Material Härkere Ausladungen 
verbietet, fo ift durch gedrängtere Anordnung kleinerer Formen, durch zier- 
licheren Maßfiab der Zahnfchnitte, Kymatien und Konfolen, durch lebendigen 
plaliifclmen Schmuck auf fämmtlichen Gliedern ein entfprechend reicher, kräftiger 
Eindruck gewonnen. Die Höfe entfalten {ich mit ßattlicher Säulenhalle, darüber 
eine Loggia, bisweilen mit doppelt fo vielen Säulen, fo daß auf jedem unteren 
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lkliracoli in 
Venedig. 
Bogenfcheitel noch eine Zwilblmelufäule fuch erhebt. Beifpielc folcher Bauanlagen 
bieten der Palafl Fava (vgl. Fig. 436) und der Palafl dcl Podefia. Dagegen 
hat der Palafl Bevilacqua eine gefchloilene Haufleinfagade ohne Arkaden, und 
dabei einen der fchönflen Säulenhöfe diefcr Art. Auch in Ferrara finden (ich 
anfchnliche Beifpiele folchcr Buckfieiruarchitektur, namentlich am Palazzo Scrofa, 
doch daneben auch einzelne Haufleintheadenl, wie Pal. de' Diamanti. 
An den Kirchenbautcn Oberitaliens treten die verfchiedenßen Formen auf, 
doch überwiegend noch mit llarkcm Anfchließen an mittelalterliche Planform 
und Gewölbeanlagcn. Außer den fchon genannten fxnd anzuführeil: in Mai- 
land das zierliche Achteck der Sakrillei bei S. Satiro, gleich der Kirche S. Ma- 
ria preilb S. Cello, ein Bau Bramantds. In Pavia der großartige, unvollendet 
gebliebene Dom, ein dreifclmifüger Gewölbebau mit mächtiger, nur bis zur WVöl- 
bung gediehener Achtecla-Iiuppel. Ferner gehört zu den prächtigllen Bauten der 
Zeit Chor und Querfchirf des Domes von Como. An manchen kleineren An- 
lagen tritt die Vorliebe für Ccntralformcn anmuthig hervor.
        

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