Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-791647
Friihrexxaiffalmce 
Oberitalielm. 
325 
Spannung. An S. Maria Novella führte er die Facade (Fig. 410) aus, in zwei 
Gefchoffen, bei denen zum erflen Mal die Verbindung des breiteren Untergefchoffes 
mit dem oberen durch große volutenartige Mauerflücke auftritt.  Auch 
für den Profanbau brachte er eine wichtige Neuerung auf, indem er an dem 
um 1460 erbauten Palazzo Rucellai in fämmtlichen drei Stockwerken die Ver- 
bindung von Pilaftern und Bolfagenbau aufnahm (Fig. 4I8). 
Außer Florenz ift in diefer Zeit nur Oberitalien ein Hauptfitz architek- 
tonifcher Thätigkeit. Unter den dortigen WVerken der Frührenaiifance nimmt die 
Facade der in gothifehenu Styl erbau-   
ten Certofa (Karthaufe) von Pavia,  
1473 von Ambrogio Borgognone  
begonnen, einen hervorragenden  m H  '  
Platz ein. Ganz in weißem Marmor 5T       
ausgeführt, löll fie fafl alle Flächen in    A 
Sculpturen auf, trennt fie durch Nifchen    Tee     
und Statuen und anderes Bildwerk,   I;  
geftaltet felblt die Zwifchenpfoiien der 5    i-lyiriliyllljl   
Feniler als reizende Kandelaber und      
beginnt fchon vom Sockel an mit Re-  
liefs, Medaillons, Köpfen u. dgl. Die  "ä 5    Ü  
Höfe dagegen lind in reichem Back- h; i:  u-iifiääli: 
fleinbau ausgeführt.  Noch im Ueber-  fiäifliziiiiiiiii 
gange von mittelalterlicher Kunll zur  
neueren Pteht die prachtvolle Faeade  
des großen Hofpitals zu Mailand in E lllliljlilill  iüiyl  
ihren älteren Theilen (Fig. 435). Ge- 1 i li i)!  [M m  7' 
theilte Spitzbogenfenfler werden im  f I1     ii; i  
Erdgefchoß von Rundbögen, welche auf   IIH     i:  1  
Halbfäulen ruhen, umfaßt. Die Säulen "i"    i h 
lind aus Hauftein, alles Andere, na- t .111 
mentlich die überreichen Einfatfungen, k"    
der breite Fries zwifchen den beiden Igi 436. vom Im. Fan zu Bologna. 
Gefchoffen, die Brufibilder der Medaillons aus gebranntem Stein. Eine geiß- 
volle Verbindung des oberitalienifchen Backfleiiubaues mit dem Hauftein bietet 
S. Maria delle grazie zu Mailand in den von Bramante erbauten öftli- 
chen Theilen. Chor und Querarme haben die runden Abfchlütle, welche 
hier fchon in früheren Epochen üblich waren. Im Uebrigen herrfcht in diefen 
Gegenden der Backfleinbau auch in diefer Epoche vor. Ihm ift die Vernach- 
läffigung der Säulen, die vorwiegende Ausbildung des Pfeilerbaues, die An- 
Wendung kühner Gewölbanlagen, Polygonfchlüiie und Nifchen eigenthümlich. 
In diefer Weife geflaltet {ich die Palaflarchitekttir zu Bologna, wo die Anwen- 
dung des BackPteins ebenfalls zum Pfeilerbau führt. Das Erdgefchoß wird mei-
        

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