Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-791448
les Ionifchen nicht. Noch weniger läßt {ie {ich auf die Itrengen Formen des 
Dorifchen ein, von welchem man kaum irgend ein Beifpiel aus diefer Epoche 
inden dürfte. Bei der Säulenbehandlung, namentlich an decorativen Pracht- 
everken, ift noch hervorzuheben, daß der untere Theil des Schaftes, etwas über 
rin Drittel der ganzen Höhe, durch einen ringförmigen Wulft von dem oberen 
Fheile getrennt und durch befondere Behandlung hervorgehoben wird. Wir 
geben in Fig. 412 eines der fchöniten Beifpiele von dem berühmten Cardinals- 
Grabmal Andrea Sanfovinds; dort ift die untere Partie der Säulenfchäfte ka- 
1ellirt, während die oberen Theile freies Rankcnwcrk in Flachreliefs zeigen. Ein 
Beweis, wie die antiken Formen, abgefchen vom Rrengeren Ausdruck ihres {lruk- 
ivcn Wefens, vorzugsweife als willkommene Träger einer heiteren Decoration 
rerwendet wurden. 
Eine weitere Freiheit der For- 
nenverwendung zeigt {ich darin, 
laß bei Bogenhallen unmittelbar 
'on der fanft gefchwungenen 
kckplatte des Kapitäls der Bogen 
iuffleigt, ein Verfahren, welches 
nehr den Gewöhnheiten des Mittel- 
lters als den Vorfchriften des 
dafiifchen Alterthums folgt. Nur 
n großartigeren Bauten, wie in 
len nach Brunellescds Plänen 
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rrichteten Kirchen S. Lorenzo n; 4,5 Konfoh aus de, Cermra bei P, 
und S. Spirito zu Florenz, kommt 
lic volle Form des korinthifchen Kapitäls und das abgefchnittenc G 
ler antiken SÄUlBIIOFClHUDg zur Aufnahme. 
Kehren wir zur Säulenhallc des Palaßhofcs zurück, um zunächft 
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anzumer- 
.en, daß diefclbe in der Regel mit Kreuzgewölben, bei größerer Tiefe aber mit 
Tonnengewölben, in welche Stichkappen hineinfcheiden, überdeckt wird. An den 
Vänden fetzen die Gewölbe auf mannigfach gefchmückten Konfolen auf, 
Fig. 413) wo nicht in einzelnen Fällen Pilalter zur Anwendung kommen. Bei 
.en Kreuzgewölben werden die Kanten niemals zu Rippen ausgebildet; überhaupt 
ucht die Renaiffance {ich diefer Gewölbform möglichll rafch zu entledigen und 
iimmt dafür je nach den verfchiedcnen Zwecken die Kuppel, die Tonne, das 
lache Spiegelgewölbe oder auch die böhmifehe Kappe auf. 
Das Obergefchoß des Hofes ifl häufig ebenfalls auf einer oder mehreren 
Leiten mit offenen Säulenhallen umzogen; in andrem Falle, wie in Fig. 414 
ieim Palafl von Urbino, erinnert eine Pilafterordnung an die freie Säulenflellung_ 
)er trennende, fowie der obere bekrönende Fries erhalten Medaillons und andern
        

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